Der Tagesspiegel : Krug gegen Krug

Kurioser Rechtsstreit um einen berühmten Namen

Krug – das ist der Name eines der elitärsten Champagnerhäuser in Reims. Und es ist der Name eines alteingesessenen Familienweinguts in Gumpoldskirchen. Beide Betriebe spricht man deutsch „Krug“ aus – aber damit enden die Gemeinsamkeiten. Trotzdem läuft derzeit ein kurioser Rechtsstreit um diesen Namen. Denn der Champagnerhersteller, der seit geraumer Zeit zum Weltkonzern Moet-Hennessy-Vuitton gehört, will den österreichischen Winzer Gustav Krug zwingen, seine Marke löschen zu lassen.

Fest steht, dass das österreichische Weingut schon um 1740 existierte und damit rund ein Jahrhundert älter ist als der Champagnerproduzent. Doch dessen Markenrechte gehen vor. Der Konflikt begann, als Krug/Gumpoldskirchen mit dem Export ins Ausland begann und damit auf dem Radar der Konzernjuristen auftauchte.

Kompromisse sind möglich, beispielsweise durch Hinzufügung eines festen Logos oder durch Namenszusätze. Gustav Krug ist prinzipiell bereit, seinen kompletten Namen aufs Etikett zu schreiben – doch die Kosten für die komplette Umstellung des Guts vom Etikett bis zum Internetauftritt, geschätzte 500 000 Euro, will Krug in Frankreich nicht übernehmen. Auch das Logo, das die Österreicher vor einer Weile eingeführt haben, ein in bacchantischen Frohsinn verstricktes nacktes Paar, schaffte es nicht, den Getränkegiganten mild zu stimmen.

Bis der Streit endgültig entschieden ist, hilft dem möglicherweise verunsicherten Kunden ein Blick aufsPreisschild: Kostet die einzelne Flasche 150 Euro und mehr, handelt es sich um den Champagner. Für das Geld kann man bei Gustav Krug kistenweise einkaufen. bm

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