Kuba : Castro feiert Amtsjubiläum und bleibt

In Kubas Hauptstadt Havanna wird der Jahrestag der Machtübernahme durch Fidel Castro gefeiert. Ein mögliches Abdanken des mittlerweile 80-jährigen Revolutionsführers ist dabei jedoch kein Thema.

Kuba
Auch Fidel Castros Bruder Raúl machte keine Andeutung auf einen etwaigen Machtwechsel in Kuba. -Foto: dpa

HavannaDer erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro hat sich am Jahrestag seiner Machtübergabe nicht über die Zukunft der Führung des kommunistischen Staates geäußert. In einem in der Parteizeitung "Granma" erschienenen Artikel beschäftigte sich der Revolutionsführer mit den Panamerikanischen Spielen in Brasilien und lobte die Errungenschaften der Revolution in Kuba. "Der wichtigste Erfolg der Revolution liegt in der Fähigkeit, fast ein halbes Jahrhundert lang der Blockade (der USA) und allen Entbehrungen widerstanden zu haben", schrieb Castro in dem vorab an die Medien verbreiteten Artikel.

Den 31. Juli 2006, an dem Fidel Castro die Macht an seinen Bruder Raúl übergab, erwähnte der Staatschef nicht - wie auch in den bislang 33 vorherigen Texten einer Artikelserie in "Granma", in der er grundlegende Überlegungen zu Kubas politischer und wirtschaftlicher Gestaltung anstellt. Während er die Führungsfrage darin grundsätzlich aussparte, lobte er wiederholt das chinesische Modell einer teilweisen marktwirtschaftlichen Öffnung. Auch Raúl Castro äußerte sich am Montag nicht zur Führungsfrage. Bei einer Gedenkveranstaltung für einen vor 50 Jahren getöteten Revolutionär in Santiago de Cuba bekräftigte er lediglich, die Revolution sei "ewig" und "von der Einigkeit getragen".

Fidel Castro hatte nach einer Darmoperation am 31. Juli vergangenen Jahres die Staatsgeschäfte seinem Bruder übergeben - vorübergehend, wie immer wieder betont wurde. Seitdem ist der 80-Jährige nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten, war aber mehrmals im Fernsehen zu sehen. Aufgrund seiner langen Abwesenheit von der Macht wurde immer wieder über ein baldiges Ableben des kubanischen Staatschefs spekuliert, auf den jüngsten Bildern wirkte er allerdings wieder gekräftigt und deutlich gesünder. (mit AFP)