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Israelische Wissenschaftler:

Max Brods Erbe soll nach Jerusalem

Im Streit um den Nachlass des Autors und Kafka-Freundes Max Brod haben 24 israelische Wissenschaftler in einem offenen Brief gefordert, dass die Hinterlassenschaft des gebürtigen Pragers Max Brod, die auch einige Handschriften Franz Kafkas enthält, der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem übergeben werden solle. Haupterbin Max Brods, der 1968 in Israel starb, war dessen engste Mitarbeiterin Ester Hoffe. Vor einem Tel Aviver Familiengericht versucht die Nationalbibliothek den beiden Töchtern der 2007 verstorbenen Ester Hoffe die Verfügung über Brods früheren Besitz untersagen zu lassen. Die Hoffe-Töchter erwägen einen Verkauf der deutschsprachigen Brod-Papiere an das Deutsche Nationalarchiv Marbach. Der Brief der Wissenschaftler, überwiegend Fachleute für jüdische Geschichte, bezeichnet Brod nun als „zionistischen Philosophen und Schriftsteller“ und kritisiert, dass der Kafka-Biograf Reiner Stach in einem Tagesspiegel-Interview am 26. Januar bezweifelt habe, ob in Israel heute noch genügend „sprach- und milieukundige“ Wissenschaftler für die Brod-Schriften und Korrespondenzen mit Autoren von Kafka bis Musil zur Verfügung stünden. Stattdessen heißt es in dem offenen Brief, Max Brod, der 1939 vor den Nazis ins damalige Palästina geflohen war, sei „Teil der Geschichte des Staates Israel“. Nächster Verhandlungstermin in Tel Aviv ist der 25. April. Tsp

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