Kultur : ... von Gregor Dotzauer

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Vielleicht macht es gar nichts aus, dass man Esmas Geheimnis schon nach wenigen Minuten ahnt. Nur so kann man den Kraftakt ermessen, mit dem die alleinerziehende Mutter aus Sarajevo vor ihrer zwölfjährigen Tochter Sara – und sich selbst – verbirgt, dass sie im Krieg von Tschetniks vergewaltigt und zum Austragen des Kindes gezwungen wurde. Nur so lernt man auch die Qualitäten dieses mit den geringsten mimischen Mitteln größtmögliche Intensität erreichenden Schauspielerfilms und Kinodebüts von Jasmila Zbanic schätzen. Mirjana Karanovic und die junge Luna Mijovic haben einem anonymen Massendrama ihr Gesicht gegeben. Das ist genug.

Noch im Broadway, FT und Passage.

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