Kultur : ...Zugeschlagen

Fortsetzung von Seite 27

4) Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg (Malik Verlag, 320 Seiten, 19.90 €.)

Diese banalen, esoterisch verschwurbelten Schnurren vom Jakobsweg sind einer der größten Bucherfolge der Nachkriegszeit. Die einzig plausible Erklärung dafür: Es muss sich herumgesprochen haben, dass Kerkeling in jedem zweiten Buch einen Hundert-Euro-Schein versteckt hat.

3) Loki Schmidt, Reinhold Beckmann: Erzähl doch mal von früher (Hoffmann und Campe Verlag, 304 Seiten, 19,95 €.)

Ein „leidenschaftliches Verhältnis zum Passivrauchen“ brauche, wer sich von Loki Schmidt ihr Leben erzählen lassen wolle, so Beckmann im Vorwort zu diesem Interviewbuch. Loki Schmidt hat weder passiv geraucht noch passiv gelebt, entstanden ist ein Buch über Leben und Ansichten einer aktiven deutschen Frau.

2) Richard David Precht: Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? (Goldmann Verlag, 398 Seiten, 14.95 €.)

Selber denken macht schlau, rät Richard David Precht seinen Lesern. Aber Precht weiß eben auch: Man muss das Rad nicht zweimal erfinden. Eine leichte, jedoch niemals oberflächliche Einführung in Philosophie und Hirnforschung.

1) Helmut Schmidt: Außer Dienst (Siedler Verlag, 352 Seiten, 22, 95 €.)

Wer dieses eigenwillig, aber kurzweilig sämtliche „Weltprobleme“ behandelnde Buch gelesen hat, erkennt: Leistungsethik kann auch sympathisch sein. So sympathisch, dass die Teddybär-Firma Steiff angeblich an Knopf-im-Ohr-Versionen von Helmut und Loki als intellektuellem Traumpaar Deutschlands arbeitet. Noch so ein Buch von Schmidt, und ich fange wieder mit dem Rauchen an.

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