100 Jahre Bauhaus : Grand Tour der Moderne

2019 wird das Bauhaus 100 Jahre: ein Jubiläumsjahr mit Neubauten, Ausstellungen, Wiederentdeckungen.

Stefanie Borowsky
Gute gelaunte Bauhäusler am Strand
Gute gelaunte Bauhäusler am StrandFoto: Irene Bayer oder Marianne Brandt, 1926-27, Bauhaus-Archiv Berlin

2019 jährt sich die Gründung der weltbekannten Bauhaus-Hochschule für Gestaltung zum 100. Mal. Das Jubiläum bietet als eines der großen kommenden Kulturereignisse in Deutschland auch abseits der bekannten Wirkungsstätten des Bauhauses ein umfangreiches Programm. 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründet, zog das Bauhaus 1925 nach Dessau und 1932 schließlich nach Berlin. Herausragende Künstler, Architekten und Gestalter schlossen sich zusammen, um aus der Verbindung von Handwerk, Kunst und Technik eine moderne Lebenswelt zu gestalten. Unter dem Druck der Nationalsozialisten musste die Hochschule 1933 schließen. Trotz des nur 14-jährigen Bestehens der Hochschule sind die vielfältigen Einflüsse des Bauhauses bis in die Gegenwart spürbar. Weltweit gilt es als die bedeutendste Design- und Kunstschule und der große deutsche Kulturexport des 20. Jahrhunderts.

Der zum Jubiläum gegründete „Bauhaus Verbund 2019“, zu dem neben Weimar, Dessau und Berlin bislang zehn Bundesländer gehören, stellte nun in Dessau auf einer Programmkonferenz die geplanten Projekte und Ausstellungen vor. Unter dem Motto „Die Welt neu denken“ sollen nicht nur historische Zeugnisse des Bauhauses gezeigt, sondern auch seine Bedeutung für Gegenwart und Zukunft untersucht werden. Das große interdisziplinäre Eröffnungsfestival findet im Januar 2019 in Berlin statt. Es verbindet verschiedene performative Künste mit neuen Medien.

Nie zuvor gezeigte Formexperimente

Den Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildet ein Ausstellungszyklus an den drei Hauptorten des Bauhauses, Berlin, Weimar und Dessau, die zuvor nie gezeigte Formexperimente und Klassiker des Bauhaus-Designs präsentieren. Gefeiert wird mit neuen Museen, die der Bund mit 54 Millionen Euro unterstützt. So eröffnet in Weimar das neue Bauhaus Museum mit der Präsentation „Exponat – Experiment – Erlebnis“. Sie bettet die Bauhaus-Gründung in die Bewegung der Moderne ein. Das Berliner Bauhaus-Archiv schafft es mit seinem Neubau von Volker Staab nicht mehr pünktlich zum Termin. Es muss im Sommer 2019 in die Berlinische Galerie ausweichen, wo in der Ausstellung „bauhaus: produktion – reproduktion“ das Verhältnis von Unikat und Serie, Original und Reproduktion untersucht wird. Der Berliner Neubau steht erst 2022.

Tour durch 100 Orte

Dessau schafft es wiederum termingerecht und eröffnet sein neues Haus zum Abschluss des Jubiläumszyklus im Herbst. Unter dem Motto „Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung“ wird erstmalig eine Ausstellung zur rund 40 000 Exponate umfassenden Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau präsentiert.

Die zehn ebenfalls im „Bauhaus Verbund“ vereinigten Bundesländer bieten eine „Grand Tour der Moderne“, für die deutschlandweit 100 Orte ausgewählt wurden. Ab März 2018 tourt das internationale Ausstellungs- und Forschungsprojekt „Bauhaus Imaginista“ unter der Federführung des Goethe-Instituts durch die Welt und widmet sich in Japan, China, Russland und Brasilien der globalen Wirkungsgeschichte. Die große Gesamtschau zum Tourneefinale im Haus der Kulturen der Welt soll die Idee des Bauhauses für alle zusammenfassen: den Versuch, die Gesellschaft auf demokratische Weise mithilfe der Künste neu zu gestalten.

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