Kultur : 1200 Drehtage

Bilanz des Medienboards Berlin-Brandenburg 2007

So viele Halteverbote gab’s noch nie, zumindest was die gefühlte Menge der Außendrehs 2007 in Berlin betrifft. Aber trotz Uli Edels „Baader-Meinhof-Komplex“ und dem Rummel um „Valkyrie“ verraten die amtlichen Zahlen etwas anderes. Die hauptstädtische Verkehrslenkung verzeichnet 1300 Straßensperrungen und insgesamt 4400 „Geschäftsvorgänge“ (sprich: Drehgenehmigungen, Blaulichtfahrten oder Halteverbote) für 2007. Das sind 210 weniger als im Vorjahr. Doch obwohl die Zunahme der spektakulären Großproduktionen mengenmäßig schwächer zu Buche schlägt, fallen sie im Straßenbild mehr auf. Auch wurde Babelsberg mit allein elf großen Studiodrehs mehr beansprucht, und Brandenburg ist als Drehort attraktiver geworden.

Auch die Zahl der Drehtage in der Region ist deutlich gestiegen: von 750 (2005) auf 910 (2006) und rund 1200 im Ausnahmejahr 2007. Fast schon erwartungsgemäß konnte das Medienboard Berlin-Brandenburg am Mittwochabend neue Rekorde vermelden: dank Blockbuster-Produktionen wie „Bourne Ultimatum“, „Speed Racer“, „Mr. Nobody“, Til Schweigers „Keinohrhasen“ oder Leander Haussmanns „Warum Frauen nicht einparken…“, dank der Kreativmotropole Berlin und wegen der von Kulturstaatsminister Bernd Neumann 2007 bereitgestellten Filmfernsehfonds-Gelder. Die Bilanz: Das Medienboard förderte mit knapp 30 Millionen Euro 177 Filme. 2008/2009 wird um weitere drei Millionen Euro erhöht.

Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen: Erneut hält das Medienboard Platz zwei auf der Länder-Förder-Skala, nachdem es lange auf Platz drei rangierte. Vor allem der sogenannte Regionaleffekt toppt den der Konkurrenz locker, beläuft er sich bei der Produktionsförderung doch auf 511 Prozent: Pro Förder-Euro werden 5,1 Euro in der Region erwirtschaftet. Auch wenn die Menge der Zuschauer von Medienboard-subventionierten Filmen 2007 zurückging (parallel zum bundesweiten Absinken des nationalen Marktanteils) wird am 9. Februar beim Berlinale-Empfang im Ritz Carlton gefeiert. Schließlich zeigt das Festival acht Filme von Berlinern, die in Berlin und Umgebung entstanden. Obendrein hofft man auf einen Oscar: Mit Sergej Bodrovs „Der Mongole“ und Stefan Ruzowickys „Die Fälscher“ sind für die Auslands-Trophäe gleich zwei vom Medienboard mitgeförderte Kandidaten nominiert. chp

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