14. Documenta : Millionendefizit: Documenta-Chef Szymczyk verwahrt sich gegen Kritik

Am Sonntag geht die Documenta in Kassel zu Ende, mit etlichen Millionen Euro Defizit. Der künstlerische Leiter Adam Szymczyk wehrt sich und spricht von einem "ausbeuterischen Modell".

Von wegen Bankrott: Adam Szymczyk, der künstlerische Leiter der Documenta 14, verteidigt sein kostspieliges Konzept.
Von wegen Bankrott: Adam Szymczyk, der künstlerische Leiter der Documenta 14, verteidigt sein kostspieliges Konzept.Foto: dpa/Uwe Zucchi


Nach Bekanntwerden des Millionen-Defizits bei der Documenta hat der künstlerische Leiter, Adam Szymczyk, sein Konzept verteidigt. „Wir erkennen die Verantwortung an, die mit der Organisation einer Ausstellung, die teilweise mit öffentlichen Geldern finanziert wird, verbunden ist“, erklärten Szymczyk und das gesamte Kuratorenteam in einem mehrseitigen Statement. Das Budget sei seit 2012 nicht wesentlich erhöht worden, obwohl „dieses neue Projekt notwendigerweise größere und offensichtliche Folgen für die finanzielle Seite haben würde“.

Szymczyk hatte die Ausstellung auf 163 Tage verlängert und neben Kassel auch in Athen stattfinden lassen; die Documenta soll ihr Budget um mehrere Millionen Euro überzogen haben. Seine Pläne habe er "deutlich kommuniziert", das Konzept habe die Findungskommission überzeugt. Nun aber sehe er, „dass diese Zustimmung sehr viel mehr an Bedingungen geknüpft und begrenzt war, als man uns glauben ließ.“ Man müsse „das System der Wertschöpfung solcher Megaausstellungen wie der Documenta auf den Prüfstand stellen“. Die Kuratoren griffen auch die Politik an, die der Documenta nun mit Bürgschaften aushelfen will. „Die Politik hat diesen Medienrummel verursacht, indem sie das Bild des unmittelbar bevorstehenden Bankrotts der documenta in Umlauf gebracht hat und sich selbst als "Retter" in einer Krise präsentiert, deren Entwicklung sie selbst zugelassen hat.“
Zugleich attackierte der Documenta-Chef die Stadt Kassel als Veranstalter: „Wir möchten das ausbeuterische Modell, unter dem die rechtlichen Gesellschafter ,die wichtigste Ausstellung der Welt’ produzieren möchten, anprangern.“ Das Geld, das durch die Documenta in die Stadt fließe, übersteige die investierte Summe um ein Vielfaches. In Kassel kamen bis kurz vor Schluss etwa 850.000 Besucher, in Athen waren es 330.000. Die Documenta 2012 zählte 905.000 Besucher. Die 14. Documenta schließt am kommenden Sonntag. Tsp/dpa

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