Kultur : 15 Jahre nach Tschernobyl: Millionen Schäden

Direkte Folgen: Nach der Havarie starben 28 Menschen sofort, die beim Unfallreaktor sehr hohen Strahlungsdosen ausgesetzt waren. Große Teile der Bevölkerung in der Nordukraine, dem südlichen Weißrußland und benachbarten Gebieten Russlands waren dem radioaktiven Fallout ausgesetzt. Allein in der Ukraine starben nach offiziellen Angaben mehr als 4000 Menschen, 70 000 leiden an Behinderungen. Gesundheitliche Folgeschäden wurden bei 3,4 Millionen Ukrainern diagnostiziert, darunter mehr als eine Million Kinder. Vor allem die Schilddrüse war durch die kurzlebigen radioaktiven Jodisotope besonders belastet. Dieses Radiojod ließ gerade bei kleinen Kindern Schilddrüsenkrebs entstehen. Inzwischen gibt es mehr als 1800 Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Menschen.

Psychische Folgen: Experten sprechen von einer psychosozialen Antwort von Menschen auf Strahlen-Katastrophen. Lange wurde dies als Radiophobie abgetan. Heute weiß man, dass Angst die Gesundheit der Menschen einschränkt, sie krank macht.

Folgen in Deutschland: Die radioaktive Wolke belastete auch die Bundesrepublik und die DDR. Nach übereinstimmender Meinung vieler Experten hatte sie aber außer Schrecken keine messbaren gesundheitlichen Folgen.

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