25 Jahre Bar jeder Vernunft : Alte Freunde mit neuen Gesichtern

Doppeltes Jubiläum: Die Bar jeder Vernunft feiert ihre ersten 25 Jahre, das Tipi wird 15. Aus diesem Anlass kehrt auch das Duo Malediva wieder zurück auf die Bühne.

Abgefahren. Fräulein Schneider, Ursli Pfister, Tetta Müller.
Abgefahren. Fräulein Schneider, Ursli Pfister, Tetta Müller.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Drei Jahre hat es Tetta Müller ohne den Applaus seiner Fans ausgehalten, jetzt ist er mit seinem Langzeitpartner Lo Malinke zurückgekehrt. In die Bar jeder Vernunft natürlich, wo das Duo Malediva seine künstlerische Heimat hat. Beim „Schirmherrenfest“ aus Anlass des Doppeljubiläums von Bar (25 Jahre) und Tipi (15 Jahre) servieren die beiden im Spiegelzelt schon mal einen Appetizer auf das neue Programm, das „Völlig losgelöst“ heißen soll. Am Samstag allerdings geht keiner von beiden in die Luft, vielmehr rutschen sie wie gewohnt auf ihren Barhockern hin und her und streiten. Zum Beispiel darüber, ob der Randbezirk, in den sie gerade gezogen sind, nun auf der letzten Silbe betont wird oder nicht. Selbstverständlich, beharrt Tetta, schließlich handele es sich hier um eine hugenottische Siedlung, deren Name erst durch die Berlin Schnauze von Kladeaux zu Kladow mutierte.

All jenen, die sie über das vergangene Vierteljahrhundert – und bei 600 Premieren! – gut beschirmt haben, sagen die Bar- und Tipi-Macher Lutz Deisinger und Holger Klotzbach mit diesem heiter- kulinarischen Abend Danke. Einige, wie Otto Sander und Harry Rowohlt, können nicht dabei sein, weil sie sich schon von der Lebensbühne verabschieden mussten, andere, wie Wim Wenders, sind verhindert, weil sie gerade ihr Debüt als Musiktheaterregisseur an der Staatsoper vorbereiten.

Renate Künast mit lauten Zwischenrufen

Aber Maren Kroymann ist da, Monika Hansen, Harry Baer, ebenso auch Klaus Wowereit, der zwar offiziell kein Patron des Hauses ist, aber ein treuer Freund. Zu denen, die seit 1992 dabei sind, zählt sich auch Renate Künast. Ja, die Grünen-Politikerin fühlt sich hier so heimisch, dass sie sogar Moderator Harald Pignatelli mit vorlauten Zwischenrufen unterbricht.

Zu den Gästen, die mit Showeinlagen gratulieren, gehören neben Muttis Kinder, die seit ein paar Jahren dabei sind, auch die Geschwister Pfister, Spiegelzelt-Stars der ersten Stunde, die so manchen Zuschauer daran erinnern, dass er mit ihnen älter geworden ist, allen Bemühungen der privaten Fassadenpflege zum Trotz. Auf „alte Freunde, neue Gesichter und alte Freunde mit neuen Gesichtern“ freuen sich Malediva dann auch im Herbst (ab 31. Oktober in der Bar jeder Vernunft). Vorher aber ist Lo Malinke im Juli noch vier Mal mit seinem Soloprogramm zu erleben, bei dem er, notgedrungen, als Widerpart auf seine (abwesende) Mutter zurückgreift.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben