Kultur : 25 JAHRE CHAMISSO-PREIS: DAS BUCH ZUM JUBILÄUM

Die Anthologie „Lichterfeste, Schattenspiele. Chamisso-Preisträger erzählen“, herausgegeben von Péter Esterházy im Deutschen Taschenbuch Verlag (320 S., 9, 90 €), versammelt ausschließlich Originalbeiträge, darunter von Göyrgy Dalos, Ota Filip und Feridun Zaimoglu. „Multikulti“ wird hier zum Ehrentitel: Tzveta Sofronieva exportiert das bulgarische „Buchstabenfest“ nach Berlin, Rafik Schami lädt zum „Leichenschmaus“, Saša Stanišiÿ amüsiert sich über ein politisch korrektes Happening am Rhein. „Ich krieche erbarmungslos in das vielfältige Deutsch hinein, in seine Wärme und Kälte, in seine spezifische Klugheit und Ignoranz, in seinen Charme und Harm“, schreibt Zsuzsanna Gahse, „wobei das Wort Harm auch im Englischen auftaucht, und der Ausdruck Charme muss ja nicht als typisch deutsch verstanden werden, somit hätte ich auf Anhieb zwei Fremdreserven.“ Reserven, die die deutsche Literatur mehr als nur bereichern – in Wahrheit sind es Eigenreserven.

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