• 50. Berliner Festwochen: Berliner Lektionen 2000 - Vorträge und Gespräche im Renaissance-Theater

Kultur : 50. Berliner Festwochen: Berliner Lektionen 2000 - Vorträge und Gespräche im Renaissance-Theater

Alle Lektionen jeweils sonntags 11 Uhr 30 im Renai

Drei Künstler und drei Wissenschaftler laden die Berliner Lektionen im ersten Abschnitt ihres kommenden Programms auf ihr Podium, das der Reflexion über Wechselwirkungen von Epoche und persönlichem Erleben gewidmet ist. Den eingeladenen Künstlern gemeinsam ist der Beginn ihrer Künstlerschaft in den 50er Jahren, allerdings unter sehr unterschiedlichen Bedingungen der Entfaltung. Während die Berliner Opernsängerin Anja Silja als Wunderkind in der ersten Hälfte der 50er Jahre 80 internationale Konzerte gab, musste der ungarische Schriftsteller Imre Kertész seinen Broterwerb mit Musicals und Unterhaltungsstücken sichern. Zur gleichen Zeit realisierte der polnische Regisseur Andrzej Wajda eine Trilogie, die mit "Asche und Diamant" ihren krönenden Abschluss fand. Wajdas Filmarbeit stieß im Westen bereits früh auf große Anerkennung. Den Schriftsteller Kertész hingegen entdeckte der Westen erst in der zweiten Hälfte der 90er Jahre, nachdem sein "Roman eines Schicksallosen" ein zweites Mal übersetzt worden war.

"Die Unfähigkeit zu trauern" ist nicht nur der Titel eines Klassikers der Sozialpsychologie, sondern wurde im West-Deutschland der Nachkriegszeit seit 1967 zum vielgenannten Motto. Das Ehepaar Margarete und Alexander Mitscherlich hatte die deutsche Kollektivmentalität einer eingehenden historisch-psychoanalytischen Analyse unterzogen. Der indische Wirtschaftswissenschaftler Amartya K. Sen wurde 1998 vor allem deshalb mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, weil er die Moral in der Marktwirtschaft einfordert.

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