Kultur : 70 Millionen Dollar

Wird in New York der Höchstpreis für einen Picasso gebrochen?

Matthias Thibaut

Wenn am kommenden Mittwoch in New York Picassos Gemälde „Garçon à la pipe“ versteigert wird, rechnet Sotheby’s fest mit einem Rekord. Schon der Schätzpreis von 70 Millionen Dollar ist der bisher höchste überhaupt bei einer Auktion. Den bisherigen Höchstpreis für ein Bild Picassos hält die noch melancholischere „Femme aux bras croisés" von 1902 mit 55 Millionen Dollar. Dass Sotheby’s so optimistisch ist, und das 1905 entstandene Hauptwerk aus Picassos „blauer Periode“ sogar mit einer entsprechenden Verkaufsgarantie versehen hat, liegt vor allem an seiner tadellosen Provenienz. Es gehörte seit 1950 dem Herausgeber der „Herald Tribune“ und amerikanischen Diplomaten John Hay Whitney und seiner 1998 verstorbenen Witwe und wird nun von der von ihnen ins Leben gerufenen Greentree Foundation verkauft. Erstbesitzer war der Berliner Bankier Paul Mendelssohn-Bartholdy. Insgesamt kommen 35 Losen aus der Whitney-Sammlung unter den Hammer, darunter Hochkarätiges von Monet bis Pollock. Aber in der Kunsthausse soll auch manch Zweitrangiges in klingende Münze verwandelt werden und man darf gespannt sein, ob die hohen Erwartungen erfüllt werden.

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