9. Berlin Biennale : DIS wird Kurator

Das Künstlerkollektiv DIS wird die 9. Berlin Biennale kuratieren. Die Gruppe gilt als Vorreiter der Kunst im (post-) digitalen Zeitalter. Konkrete Pläne hat sie noch nicht - verspricht aber Experimente.

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Gute Aussichten für die Avatare: Künstlerkollektiv DIS.
Gute Aussichten für die Avatare: Künstlerkollektiv DIS.Foto: Sabine Reitmaier/PROMO

Auf Fotos sehen sie manchmal aus wie Avatare, mit wächsernen Gesichtern und starren Posen. Das New Yorker Künstlerkollektiv DIS kuratiert die 9. Berlin Biennale im Frühjahr 2016. Am Montagabend luden die Kunstwerke, die die Biennale ausrichten, zum ersten Handshake ein. Eine Begegnung mit Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro im analogen Raum, während ihre Kunst eher im digitalen stattfindet. Ein Grobkonzept für eine Biennale stellten sie dem Auswahlkomitee bereits im Sommer vor, ab April werden sie in Berlin leben und arbeiten.

Konkrete Pläne für die Großausstellung gibt es noch nicht. Nur so viel: „Die Biennale wird nicht in verlassenen Häusern stattfinden. Die gibt es nicht mehr, die Zeiten sind vorbei“, meint Roso. „Sie wird aber auch nicht im Internet stattfinden.“ DIS gelten als Vorreiter der „Post-Internet-Art“, ein Label das ihnen seit fünf Jahren anhaftet, obwohl sie es selbst nicht mehr zeitgemäß finden. Die Gruppe betreibt mit DIS Magazine ein Online-Magazin, das genauso zu ihrer künstlerischen Praxis zählt wie Pop-up- Läden, eine Fotoagentur oder Museumsausstellungen. „Wir experimentieren ständig mit Formaten, also werden wir auch mit dem Format Biennale experimentieren“, sagt Lauren Boyle.

DIS bewegt sich in vielen Sphären

Dass DIS ihre Projekte im Internet zur Verfügung stellen, ist nur ein Aspekt ihrer Arbeit. Sie bewegen sich in vielen Sphären: in der künstlerischen, in der publizistischen, in der Sphäre der Konsumwelt. Während der Kurator der 8. Berlin Biennale, Juan Gaitán, auf Künstler setzte, die sich im Betrieb der internationalen Großausstellungen bereits etabliert hatten und trotz des interessanten Blicks aufs 18. und 19. Jahrhundert kaum in Erinnerung blieb, könnten bei DIS wieder mehr Überraschungen im Spiel sein. Auf zur Post-Biennale.

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