Kultur : 90 Millionen

Rückendeckung: Der Bund stärkt die Filmproduzenten

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Gute Nachricht für die Filmbranche: Die von Kanzler Schröder zugesagte Finanzspritze von 90 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre stärkt deutschen Produzenten den Rücken. Hintergrund ist die angekündigte Gesetzesänderung, die den bisherigen Medienfonds einen Riegel vorschiebt. Deren Millionen flossen zu mehr als 90 Prozent ins Ausland und ermöglichten vor allem USProduktionen. Mit diesem Irrsinn – darbende nationale Produzenten in einem der weltweit finanzstärksten Filmländer – ist demnächst Schluss. Das Übergangsmodell, das Kulturstaatsministerin Weiss in Cannes erläutern wird, stärkt vor allem den Mittelstand und Produktionen mit einem Budget von bis zu vier Millionen Euro.

Wenn alles gut geht, können die Produzenten, die bislang ausschließlich auf Produktionsförderung (72 Millionen Euro) und Fernsehgelder angewiesen waren, ab September Projektebis zu 20 Prozent über den vom Finanzministerium aufgelegten Risikokapitalfonds finanzieren – ohne Gremien oder langwierige Bürokratie. Jacob Claussen aus München, unter anderem Produzent von Hans-Christian Schmids Filmen, freut sich über den „Riesenschritt in Richtung Unabhängigkeit“. Martin Hagemann (Zero-Film, Berlin) hofft, auf diese Weise etwa Jan Schüttes nächsten Film „Old Love“ nach Erzählungen von Isaac B. Singer unkomplizierter realisieren zu können. Und Produzent Jens Meurer (EgoliTossell, Berlin) begrüßt die „Aufbauhilfe“ eines „zusätzlichen Finanzierungs-Chips“, der auch Koproduktionen den Start erleichtert: „Wir sind europäische Produzenten mit Standort Deutschland. Die neue Regelung erlaubt uns, in der europäischen Landschaft wettbewerbsfähiger zu werden.“ Sie schaffe nicht nur Arbeitsplätze, sondern erhöhe auch den kulturellen Mehrwert des Films als Medium der Selbstverständigung wie der Außendarstellung. chp

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