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Soziologe Wolfgang Engler

"Ziele sind noch keine Werte"

Der Soziologe Wolfgang Engler spricht mit dem Tagesspiegel über die Gräben zwischen Arm und Reich, den ideologischen FDP-Liberalismus und Hartz IV.
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Hilfe in Hellersdorf. Szene im christlichen Berliner Projekt „Die Arche“ gegen Kinderarmut. Foto: Ulrich Baumgarten / vario images vario images
Herr Engler, haben Sie schon einen Aufnahmeantrag in die FDP gestellt?

Nein. Wieso sollte ich?

Weil sich die FDP in ihrem Programm eine Forderung zu eigen macht, die Sie und einige andere Autoren vor ein paar Jahren aufgestellt hatten: dass ein einheitliches „Bürgergeld“ alle anderen Sozialtransfers ersetzen soll. Fühlen Sie sich geehrt?


Wenn solch ein Begriff aufgegriffen wird, ist das natürlich ein Erfolg. Die Frage ist aber, mit welchem Inhalt dieser Begriff dann aufgeladen wird. Und da fühle ich mich düpiert. Die FDP denkt beim Bürgergeld an eine Art sozialstaatlicher One- Stop-Agency, die alle anderen Anlaufstellen für die Empfänger ersetzt. Sie strebt eine Rationalisierung des Verwaltungsaufwands an, hält aber an der geringen Bemessung auf Hartz-IV-Durchschnitt von derzeit 662 Euro fest, was den Namen einer Grundsicherung nicht wirklich verdient. Und nichts ändern soll sich an den Sanktionen, wenn ein Empfänger auch fragwürdigste Arbeit ablehnt. Das nennt sich „Anreiz zur Arbeit“, ist aber letztlich der Zwang zur Arbeit.

Die FDP betreibt Etikettenschwindel?


Sie segelt unter falscher Flagge. Theoretiker wie André Gorz plädierten mit dem Bürgergeld für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Sie wollten mit diesem Konzept den Bürger stärken im Verhältnis zum arbeitsleistenden Menschen, ihn in gewisser Weise von dessen Leid erlösen. Es hat Jahrhunderte gedauert, bis Erwerbsarbeiter als Bürger respektiert wurden. Durch die Dauerkrise der Lohnarbeitsgesellschaft wäre jetzt aber gewissermaßen der umgekehrte Schritt notwendig: die Emanzipation des Bürgers vom arbeitsleistenden Menschen. Ein radikaler Gedanke, zugegeben, aber in einer Gesellschaft, in der sich die Vollbeschäftigung auf absehbare Zeit nicht mehr erfüllen wird, auch ein visionärer Ansatz. Die Leistung-muss-sich-wieder- lohnen-Partei FDP hat damit natürlich nichts am Hut.

Erleben wir eine Rückkehr der Ideologie in die Politik?


Dieser jetzt von der FDP verkörperte Liberalismus – es gibt ja auch einen anderen, stärker an Bürgerrechten orientierten – tritt in gewisser Weise das Erbe des ideologischen 20. Jahrhunderts an. Da herrschen Unbedingtheiten vor: Privatisierung, Steuersenkungen, individuelle Risikoversorgung, das alles ist an und für sich, quasi als Selbstzweck gut. Es ist ja okay, dass man Ziele hat in der Politik. Aber Ziele mit Werten an sich zu verwechseln, ist immer von Übel. Wenn aus Mitteln wie Steuersenkungen oder Privatisierung per se Ziele werden, die ich verfolge, egal, wie die Bedingungen sind, angefangen vom Haushalt, dann kommt ein ideologisches Moment in die Politik im Sinne von „letzten Werten“. Max Weber sprach von einem „wertrationalen Politikstil“ anstelle eines „zweckrationalen“. Diese Tendenz beunruhigt mich.

Am Dienstag verkündet das Bundesverfassungsgericht, ob die derzeitigen Hartz-IV-Sätze für Kinder mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Wahrscheinlich werden wir eine neue Gerechtigkeitsdebatte erleben. Kann der Staat überhaupt Gerechtigkeit herstellen?


Er muss es zumindest versuchen. Ich rechne, wie wahrscheinlich eine Mehrheit, damit, dass das Bundesverfassungsgericht die politischen Entscheidungsträger beauftragen wird, für Veränderungen der Hartz-IV-Staffelung zu sorgen. Ich bin kein Ökonom, aber halte das für ökonomisch durchaus leistbar. Das ist ja immer die Frage: Wie soll ein Bürgergeld, das diesen Namen verdient, finanziert werden? Meine Antwort: Wir lassen ja die Leute auch jetzt schon nicht verhungern, und die Abschaffung aller anderen Sozialleistungen vom Wohngeld bis zur Altersvorsorge zugunsten eines Bürgergelds hätte eine große Rationalisierung zur Folge, ein Teil der Sozialstaatsbürokratie würde entfunktionalisiert.

Die FDP plädiert für „Chancengerechtigkeit statt Gleichheit“. Das klingt wie ein Plädoyer für Fairness.

Wir erleben einen Paradigmenwechsel vom vorsorgenden Staat zum aktivierenden Sozialstaat. Das war ein Schlagwort der Agenda 2010, und Hartz-IV-Elemente wie die Förderung von beruflicher Bildung oder die Zusammenlegung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe wiesen in diese Richtung. Zuvor waren ganze Bevölkerungsgruppen, die eine nicht nachgefragte gesellschaftliche Überkapazität darstellten, mit Sozialtransfers ruhig gestellt worden. An der Idee des aktivierenden Sozialstaates ist durchaus etwas dran. Dieser Sozialstaat wendet sich möglichst zielgenau dem Einzelnen zu, schaut, wo seine Fähigkeiten liegen und was davon brachliegt, und überlegt, was mit ihm und für ihn getan werden kann, um ihm ein wirklich eigenes Leben zu ermöglichen. Dazu gehört auch Chancengerechtigkeit.



Weniger Staat, mehr Eigenverantwortung. Was soll daran schlecht sein?

Den Gedanken der Gleichheit ganz aus den Augen zu verlieren, Gerechtigkeit gewissermaßen von der Idee der Gleichheit zu reinigen, finde ich durchaus gefährlich. Wenn ich auf die Realität unserer Republik schaue, muss ich nicht einmal die Pisa-Studien bemühen, um zu erfahren, dass Deutschland sehr weit unten rangiert, was die Chancengleichheit angeht. Wir sind ein Land, in dem der Bildungsabschluss und der Geldbeutel der Eltern eine ziemlich sichere Prognose darüber zulassen, was aus einem Kind wird. Da ist „Chancengerechtigkeit“ erst einmal eine gute Wortmarke, aber natürlich sind da auch Ausgleichsprozesse nötig, auch eine negative Privilegierung, dass sich der Staat denen zuwendet, die es am schwersten haben. Das halte ich für unverzichtbar, wenn wir nicht ein Zehntel oder gar Fünftel der Gesellschaft abschreiben wollen.

Scheidungskinder erhalten derzeit, je nach Alter, vom unterhaltspflichtigen Elternteil je nach Alter einen Mindestunterhalt zwischen 316 und 426 Euro monatlich. Für Hartz-IV-Kinder zahlt Vater Staat hingegen nur 215 bis 287 Euro. Leben wir in einem Zweiklassenstaat?


Der Graben zwischen Reichen und Armen wird größer, und zwischen ihnen gibt es immer feiner abgestufte Subklassen. Wenn wir einen Blick auf die heutige Lohnarbeitsgesellschaft werfen, werden wir mit einem enorm fragmentierten Bild konfrontiert. Zu den klassischen Beamten und Festangestellten, die eine gute Stellung in der Erwerbsgesellschaft besitzen, kommen an den ausgefransten Rändern neue Formen eines Prekariats, das zwar einer Lohnarbeit nachgeht, aber von dieser Arbeit ohne staatliche Aufstockung nicht existieren kann. An jeder dieser Gruppen hängen natürlich Lebenschancen für die Einzelnen und ihre Familien. So fragmentiert, wie das heutige Lohnarbeitssystem ist, so fragmentiert sind auch die Lebenschancen, das schlägt sich im Kulturkonsum nieder, in der sozialen Integration und der Fähigkeit, gesellig sein zu können oder nicht.

Wenn sich die Tarifparteien in einer Branche einigen, können etwa Leiharbeiter von den Privilegien des Stammpersonals ausgeschlossen werden. Sie werden schlechter bezahlt, leisten unbezahlte Überstunden und sind in der Krise diejenigen, die zunächst entlassen werden. Entsteht da ein neues Subproletariat?

Man hat verschiedene Etiketten für diese Gruppe gefunden: abgehängtes Prekariat, Subproletariat, Modernisierungsverlierer. Über Worte kann man streiten, die Tatsachen sind aber nicht strittig. Egal, ob man Studien der Bertelsmann-Gesellschaft oder vergleichende OECD-Studien liest: Deutschland wird attestiert, einen sehr guten Sicherheitsring um die Gruppe der Vollzeitbeschäftigten zu legen. Was aber die zeitweise Beschäftigten oder die Leiharbeiter angeht, wird nicht nur wenig Lohn, sondern auch wenig Sicherheit geboten. In kaum einer anderen fortgeschrittenen Industriegesellschaft ist die Kluft zwischen diesen beiden Gruppen so groß wie in Deutschland, und in den letzten zwanzig Jahren ist sie auch nirgendwo so stark gewachsen.

Peter Sloterdijk hat in einem fulminanten Essay die „Ausbeutung der Produktiven durch die Unproduktiven“ beklagt und für die Abschaffung der Steuern zugunsten freiwilliger Spenden plädiert. Verstehen Sie seinen Groll?

Als ich den Text gelesen habe, dachte ich zunächst: Das ist eine Provokation, ein Joke. Aber Sloterdijk meint es offenbar ernst, und so viel darf man auch einem Philosophen zumuten, dass er sich die Konsequenzen dessen vergegenwärtigt, was er sagt, wenn er es ernst meint. Die Konsequenz ist, dass die Abschaffung der Steuern zu einem verzweifelten Leben vieler Menschen führen würde und wahrscheinlich sogar zu vielen, vielen Toten. Der moderne Staat besitzt vor allem zwei Eigenschaften: das Steuer- und Gewaltmonopol. Das Gewaltmonopol stellt niemand in Zweifel, das Steuermonopol darf man jetzt offenbar wieder bestreiten. Das, was ich bislang gewohnheitsmäßig getan habe, nämlich Steuern zahlen, müsste ich künftig aus freien Stücken leisten, die Wohlfahrt hinge von meinem Goodwill ab und dem aller anderen, die Geld genug haben, um überhaupt etwas abgeben zu können. Sloterdijk bestreitet letztlich anderen die Existenz: Vielleicht wäre ich ja gar nicht so großzügig, um auch Ärmeren noch eine Lebensgrundlage zu ermöglichen. Das ist völlig antizivilisatorisch gedacht, ein Akt intellektueller Barbarei.

Wahrscheinlich zahlen Sie Ihre Steuern auch nicht unbedingt gerne. Tun Sie es denn im Bewusstsein einer Notwendigkeit?

Da halte ich es mit einem Satz von Heiner Müller: Heimat ist da, wo meine Rechnungen eintreffen und ich meine Steuern zahle. Mir ist es offen gestanden auch lieber, dass das emotionsarm geschieht und ich der Überlegung enthoben bin, was ich denn zu geben bereit wäre. Ich weiß nämlich nicht, ob ich wirklich ein so guter Mensch wäre, wie ich hoffe, einer zu sein. Wenn man nicht an das Gottgleiche in sich glaubt, ist es besser, dass der Staat diesen Teil der Arbeit für eine gerechtere Gesellschaft auf sich nimmt.


(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 08.02.2010)
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Comment
von Zeit-zum-Aufwachen Zeit-zum-Aufwachen ist gerade offline | 8.2.2010 8:35 Uhr
Die wenigen, die noch einen Status zu verteidigen haben
tun dieses gerne. Der Preis von Millionen von armen Menschen, Kindern und Rentern wird dafür gerne in Kauf genommen.
Das schlechte Gewissen definiert dieses sodann als soziale Wohltaten.
Mir persönlich sind die Abgehängten, das Prekariat, als Menschen tausend mal lieber, denn sie können morgens noch in den Spiegel schauen.
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 8.2.2010 18:34 Uhr
Lieschen-Müller-Philosophie?
Die Armen sind immer die Guten?

Die armen Rentner? Nur mal zur Info: die Rentner sind derzeit DIE gesellschaftliche Gruppe mit dem geringsten Armutsrisiko!

Ein kleiner Tipp: Am besten immer unvoreingenommen auf die Realität zugeben und dann im Lichte ihrer Ausstrahlung eine Meinung bilden - nicht umgekehrt!
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von Zeit-zum-Aufwachen Zeit-zum-Aufwachen ist gerade offline | 9.2.2010 1:26 Uhr
@ hannibal
Gehen Sie einfach mal mit einer Schwester der Hauskrankenpflege auf Tour.
Dort können Sie sich dann mal mit all den reichen Rentnern unterhalten, die am Monatsende keine Wurst mehr haben.
Aber als belehrungsresistenter Forist werden Sie auch weiterhin mit einem ruhigen Gewissen in den Spiegel schauen.
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 10:33 Uhr
@keine-Zeit-zum-Aufwachen
Ich bestreite nicht, dass es arme, bedürftige und bedauernswerte Rentner gibt! Daher differenziere ich und stelle fest, dass es sich hier um die gesellschaftlioche Gruppe geht, der es in Summe wirtschaftlich am besten geht.

Und meine Bitte geht in die Richtung, dass Sie dies auch tun. Vielmehr in den Blickpunkt gehören die Alleinerziehenden, deren Armutsrisiko derzeit am höchsten ist!

Wenn Sie Lösungen anstreben, sollten Sie schon richtig gewichten und bewerten und auf platte verglimpfende oder verunglimpgende Pauschalurteile verzichten.

Und Ihre edle Gesinnung sollten Sie nicht auf Kosten anderer, denen Sie etwas Negatives unterstellen wollen, weil Sie seine Gedanken nicht nachvollziehen können, erarbeiten.

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von Mithra Mithra ist gerade offline | 8.2.2010 9:58 Uhr
Schlussfolgerungen
Die Analysen und die Beschreibung der Fakten durch Herrn Engler sind durchaus nachvollziehbar. Sie sind aber auch leicht zu erkennen.
Hingegen halte ich die Schlussfolgerungen daraus für sehr fragwürdig.
Zwei Beispiele:

"Wir sind ein Land, in dem der Bildungsabschluss und der Geldbeutel der Eltern eine ziemlich sichere Prognose darüber zulassen, was aus einem Kind wird."
Das ist korrekt. Aber daraus den Schluss zu ziehen "Gebt den Eltern mehr Geld, und alles wird gut" ist m.E. genau der falsche Weg. Stattdessen sollten Kinder aus bildungsfeindlichen Haushalten mit allen Mitteln so frühzeitig und so gründlich wie möglich herausgeholt werden.

"... die Abschaffung aller anderen Sozialleistungen... hätte eine große Rationalisierung zur Folge, ein Teil der Sozialstaatsbürokratie würde entfunktionalisiert."
Das Argument zieht doch überhaupt nicht. SOllen die genannten Bürokraten denn alle gefeuert werden? Geht nicht, also werden sie bis zum Laufbahnende ohne Funktion durchgefüttert.

"Deutschland wird attestiert, einen sehr guten Sicherheitsring um die Gruppe der Vollzeitbeschäftigten zu legen. "Dieser Ring (Kündigungsschutz etc.) ist aber eben zugleich ein Panzer gegen die prekär beschäftigten. Die von Herrn Engler genannte Kluft wird dadurch erst erzeugt. Ein weniger extremistischer Kündigungsschutz wie bspw. in Dänemark könnte hier Wunder wirken.
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von Zeit-zum-Aufwachen Zeit-zum-Aufwachen ist gerade offline | 8.2.2010 11:12 Uhr
@ Mithra
Wie definieren Sie bitte schön bildungsfeindliche Haushalte?
Schon alleine der Begriff spiegelt Ihre menschenverachtende Sichtweise.
Comment
von fhainer fhainer ist gerade offline | 8.2.2010 12:43 Uhr
@mithra
"Stattdessen sollten Kinder aus bildungsfeindlichen Haushalten mit allen Mitteln so frühzeitig und so gründlich wie möglich herausgeholt werden."

Früher wurde zum Angstschüren gegen Kommunisten gerne behauptet, dass sie den Familien die Kinder wegnehmen und diese wie alles andere zwangskollektivieren wollen.
Mir scheint, sie könnten diesem Gedanken partiell etwas abgewinnen.

Vermutlich halten Sie selbst sich keineswegs für bildungsfeindlich, vermutlich gar für gebildet. Nun, auch darüber lässt sich streiten. Denn wer offenbar nicht weiß oder vergessen hat, was es bspw. emotional für Kinder bedeuten würde "mit allen Mitteln" "frühzeitig" aus ihrem Elternhaus "herausgeholt" zu werden, mit dessen Bildung scheint es nicht all zu weit her zu sein.

Um mal kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Kinder können bereits heute von ihren Eltern getrennt werden, wenn diese sie verwahrlosen lassen. Darum geht es also nicht.
Vermutlich geht es ihnen eher hierum:
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2010%2F02%2F08%2Fa0157&cHash=9c49117908
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 8.2.2010 18:42 Uhr
@mithra - Herzlichen Glückwunsch
zu Ihrem Jungfernbeitrag.

Nüchtern, sachlich und auf den Punkt.

Soo müssen Analysen sein, wenn man um eine Lösung bemüht ist. Emotionen trüben hier - wie Ihre Kritiker anschaulich beweisen - nur den Blick und behindern eine Lösung.

Weiter so!

Ach übrigens: die Herz-Jesu Marxisten in diesem Forum akzeptieren Dänemark nur beim Mindestlohn und den Sozialausgaben - vom dänischen Kündigungsschutz kriegen die Pickel :-)


Comment
von flubutjan flubutjan ist gerade offline | 8.2.2010 10:52 Uhr
Gleichheit
Sich für Herrenmenschen haltende, distinktionssüchtig und dominanzversessen ungleichheitsgeile Leute gibt es - auch jenseits der Neonazizone - nach wie vor: Nietzscheaner (mit ihrer Optik der "höheren" und der "minderen" Menschen), bestimmte, sich an der eigenen Energiegeladenheit und Abgegrenztheit begeilende "Leistungsträger", prestige- und statusabhängige FDP-Erkrankte usw.

Ulrich Greiner schrieb kürzlich in der ZEIT, "dass Ungleichheit zu den menschlichen Grundbedingungen zählt".
Ich möchte nur darauf hinweisen, dass sich "Bedingungen" immer irgendwie außerhalb abspielen, auch außerhalb des allen gemeinsamen Status' "Mensch", dass sie diesem äußerlich sind, z. B. als das, was man Glück oder Unglück nennt.

Leider feiert - wie gesagt - nach wie vor das mit Ungleichheitspostulierungen hantierende konservative Phantasma der eigenen Höherwertigkeit fröhliche Urständ, z. B. bei Karl-Heinz Bohrer, der Sloterdijk-Kritiker in aller Abfälligkeit "plebsfreundlich" nannte.

Bohrer beklagte übrigens auch das mittlerweile glücklicherweise etwas verbreitete Respekt-Gebot und nannte es "Erpressung". Ist doch interessant: Konservativer Intellektualismus will nicht respektieren (oder - wie Sarrazin - nicht "anerkennen") müssen.

Vielleicht, weil auch die ganz toll Lebenstüchtigen etwas brauchen, woran sie sich aufrichten können, und zwar:
Abwertung anderer, Lust zu verachten, Ausgrenzung, mit einem Wort: Distinktion.
Comment
von monsieuralex monsieuralex ist gerade offline | 8.2.2010 12:54 Uhr
Die Gesellschaft
organisiert sich nun mal nach ihren Neurosen. Die Zwanghaften räsonieren über den "Freien Willen" und verachten die anderen für deren Hilflosigkeit oder Passivität. Die Bundesrepublik hat ihre Akzeptanz durch die Leistungen des Staates für alle erlangt. Dies in Frage zu stellen, stellt unsere Gesellschaft in Frage und gefährdet den sozialen Frieden. Dessen ungeachtet gefallen sich neu- und altkonservative Publizisten als Beschimpfer der Verlierer und Undankbaren und sabbern larmoyant über das Übel aller Übel, die 68er. Es scheint sich hier um eine gewisse Angstlust am Untergang zu handeln.
Comment
von schoedl schoedl ist gerade offline | 8.2.2010 15:54 Uhr
Beschaeftigung
> Ein radikaler Gedanke, zugegeben, aber in einer Gesellschaft, in der sich die Vollbeschäftigung auf absehbare Zeit nicht mehr erfüllen wird, auch ein visionärer Ansatz.

Ich glaube, es ist eine gefaehrliche Idee, die Hauptstossrichtung, allen Menschen Arbeit zu geben, aus den Augen zu verlieren, weil sie vermeintlich nicht realisierbar ist. Eine Gesellschaft, in der ein erklecklicher Anteil der Bevoelkerung gar keinen Beitrag leistet, sondern lediglich die Hand aufhaelt, wird auf Dauer die veraergern, die ihren Beitrag leisten. Jeder braucht sicherlich ein menschenwuerdiges Grundeinkommen, aber es ist nicht einzusehen, warum jeder fuer dieses menschenwuerdige Grundeinkommen nicht auch verpflichtet sein soll, menschenwuerdig zu arbeiten.
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 8.2.2010 18:08 Uhr
Wann endlich, wird man MICH interviewen?
So einen Unsinn könnte ich locker toppen! (wer hat da eben gesagt, das tue ich heute schon??)

"Durch die Dauerkrise der Lohnarbeitsgesellschaft wäre jetzt aber gewissermaßen der umgekehrte Schritt notwendig: die Emanzipation des Bürgers vom arbeitsleistenden Menschen. Ein radikaler Gedanke, zugegeben,"

Ich bin dafür, dass Arbeit verboten wird!! - Ein radikaler Gedanke, zugegeben ...

"Da herrschen Unbedingtheiten vor: Privatisierung, Steuersenkungen, individuelle Risikoversorgung, das alles ist an und für sich, quasi als Selbstzweck gut. Es ist ja okay, dass man Ziele hat in der Politik. Aber Ziele mit Werten an sich zu verwechseln, ist immer von Übel."

SO EIN UNSINN! Er gibt ja selber zu, dass er von Ökonomie keine Ahnung hat, aber trotzdem hat er keine Hemmungen sein Unverständnis in einfach verständliche falsche Aussagen zu kleiden.

Es ist natürlich kein Wert, die sich ins Gegenteil verkehrende Steuer- und Abgabenlast zu verringern, aber es gibt durchaus auch einen Zustand, dass die Steuer- und Abgabenlast eines Staates die Leistungsfähigkeit hemmt und schwächt. Daher ist es völlig losgelöst von einer Wertediskussion sinvoll, diese Last zu Gunsten des Wachstum zu senken. Vom Wachstum profitieren dann natürlich auch die Schwachen der Gesellschaft, denn diese Gelder, die ihnen jeden Monat überwiesen werden, müssen kurz vorher erwirtschaftet werden.

Als Schachspieler schmerzt einem die Milz, wenn man auf dem Weg, den gegnerischen König zu atomisieren, den ein oder anderen Bauern, Läufer und das schmackhafte Pferd vom Brett verweisen zu müssen - mit einer Wertediskussion darüber konfrontiert wird.

DIESE Art der Diskussion treibt die ökonomisch Unbeleckten in Gefühlsschwankungen, wenn man - sachlich ebenso nüchtern wie richtig - feststellt, dass ein Arbeitsplatz, damit er gute Chancen hat, eingerichtet zu werden, AUCH die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung erwirtschaften muss!

Comment
von monsieuralex monsieuralex ist gerade offline | 8.2.2010 22:17 Uhr
Da ist sie wieder,
die liberale Logorrhoe. Früher bedeutete Liberalität: "Leben und leben lassen.". Heute: Nach Oben buckeln und nach Unten treten.
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 10:38 Uhr
@monsieuralex
Ihre Lösungen scheinen von solcher Qualität zu sein, dass sie als Voraussetzung Aussagen aus folgender Simpel-Kategorie benötigen: "Früher bedeutete Liberalität: "Leben und leben lassen.". Heute: Nach Oben buckeln und nach Unten treten."

Warum fragen Sie nicht einfach, wenn Ihnen etwas unklar?
Comment
von monsieuralex monsieuralex ist gerade offline | 9.2.2010 11:47 Uhr
warum sollte man ausgerechnet Sie fragen?
Sie, dem es entweder nicht klar ist, warum er das eine lieber als das andere glaubt, oder dem dies ganz egal ist, oder aber sogar gar nichts glaubt und aus der Parteizentrale schreibt. Als Konservativer weiß ich, daß der Fisch vom Kopf her anfängt zu stinken. Sie schauen lieber auf den Schwanz. Erklärt wohl Ihre immer manischer anmutenden Versuche, hier eine zynische Ideologie zu lancieren.
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 13:08 Uhr
@monsieuralex? Warum man ausgerechnet
MICH fragen sollte?

Na, weil Sie Ihren Kommentar unter meinen Text gesetzt haben!

"Als Konservativer weiß ich, daß der Fisch vom Kopf her anfängt zu stinken."

Ach, und die Linken, meinen Sie, wissen das nicht? Aber wenn Sie mit dieser Weisheit gut durchs Leben kommen - warum nicht?

Comment
von Crumble Crumble ist gerade offline | 9.2.2010 10:33 Uhr
Das bleibt uns zum Glück erspart...
fehlte auch gerade noch, dass Apologeten des 'Immer-weiter-so' mit ihren Rezepten von Vorgestern auch noch außerhalb der Regierung ihren Quark in der Öffentlichkeit breit treten dürfen.

Zu Ihrem Glauben, dass es sich beim Mythos der machbaren Vollbeschäftigung um etwas Erstrebenswertes handelt: wann hatten nochmal ALLE in diesem Lande Arbeit? Ach ja, als Autobahnen und Waffen zur Genesung der Welt gebaut wurden. Und dann noch, als aus den Trümmern der so genesenen Welt wieder etwas wie eine menschenwürdige Gesellschaft aufgebaut wurde.

Die Arbeitslosenzahlen bewegen sich seit JAHRZEHNTEN konstant im Millionenbereich, Rationalisierungen, Outsourcing und all die anderen Auswüchse der Profitgier, pardon, des Wachstumsstrebens machen es für die Zukunft nicht eben wahrscheinlicher, dass sich die Situation ändert. Das Problem ist doch systemimmanent: wenn eine höhere Produktivität durch weniger Hände erreicht werden kann, dient das der Profitmaximierung, und die ist oberstes Primat. Das Ergebnis dient aber nicht den Menschen, denen z.B. mehr Zeit zum Leben eingeräumt wird (Sie wissen schon: Kultur, Freizeit, Familie und so'n Quatsch), im Gegenteil: der wachsenden Zahl an 'Überflüssigen' wird auch noch vorgeworfen, Sie belasteten unsere 'Leistungsträger'.
Der wirklich radikale Kern des Gedankens, den Bürger von seiner Rolle als arbeitsleistenden Menschen zu emanzipieren, besteht doch in der Anerkennung der Tatsache, dass Im Leben eines Menschen mehr möglich ist, als 40-Std.-Woche bis zur Rente mit 67 und KonsumKonsumKonsum. Aber das ist für Menschen, die nicht über die beschränkte Logik des Wachstums um jeden Preis und sozialdarwinistischer Konkurrenzphantasien hinaus denken können wahrscheinlich einfach zu komplex.
Ach ja: und die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung erwirtschaftet wer? Richtig: nicht der ArbeitsPLATZ, wie Sie schreiben, sondern: der Arbeitnehmer!(Überraschung:Er erwirtschaftet den Arbeitgeberanteil auch noch gleich mit! Mehrwert und so, komplex)
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 11:51 Uhr
Ach Herr @crumble
"Das Problem ist doch systemimmanent: wenn eine höhere Produktivität durch weniger Hände erreicht werden kann, dient das der Profitmaximierung,"

Raten Sie mal, WARUM diese deutsche Gesellschaft - auch alle Hartz4-Empfänger - zu den wirtschaftlich reichsten Menschen dieser Erde gehört.

Und das möchten Sie aus Unkenntnis aufgeben?

Und noch eins haben Sie verwechselt: natürlich erarbeitet der Arbeitnehmer die Gesamtbeiträge zur Sozialversicherung, aber ob man ihm dazu die Chance gibt, hängt ganz wesentlich davon ab, ob dieser Arbeitsplatz überhaupt MEHR erwirtschaftet als er kostet.

Und bei dieser Betrachtung zählen im Rahmen der Arbeitskosten auch die Sozialversicherungbeiträge mit hinein.

Also: nicht emotional, sondern sachlich die Dinge betrachten.
Comment
von Crumble Crumble ist gerade offline | 9.2.2010 13:27 Uhr
Gewagt, gewagt...
da werden Begriffe wie Unkenntnis ins Spiel gebracht, ohne im Geringsten aufzuzeigen, worin diese denn bestehen soll. Die Behauptung, dass die deutsche Gesellschaft zu den 'wirtschaftlich reichsten Menschen' der Welt gehöre, ist ein Oxymoron und verweist auch nicht gerade auf intellektuelle Höchstleistungen.
Ebenso wenig wie die immer noch fest im Kopf verankerte Logik, der Arbeitnehmer müsse dem Arbeitgeber so dankbar sein, wie es dieses Begriffspaar nahe legt. Anders herum wird doch ein Schuh draus. Klar, ohne Erwerbsarbeit ist man in diesen Zeiten schon ziemlich arm dran, gehört womöglich gar zu den geschmähten Scharen an Transferempfängern (die ja auch bald 10% der Bevölkerung ausmachen). Aber was macht denn der gnädige Arbeitgeber ohne seine Arbeitnehmer? Eben, nüschte. Und die Annahme, dass wir alle dankbar dafür sein sollten, dass uns die Herren 'Leistungsträger' durch den vielbeschworenen 'Trickle-Down'-Effekt am großen Wohlstand teilhaben lassen, zeugt von einem obrigkeitshörigen Denken, wie es erbärmlicher kaum sein kann. Aber das ist eben eine der Malaisen, dass sich kaum einer mehr erinnert, dass 40-Std.-Woche, Tarifverträge, bezahlte Urlaube und Krankheitstage Ergebnisse von Arbeitskämpfen waren. Da sind (mit wenigen Ausnahmen) nicht die gnädigen Großindustriellen aus Barmherzigkeit drauf gekommen. Diese Forderungen wurden erstritten und bedeuteten eine Umwidmung eines Teils des unternehmerischen Profits. Das wird zwar alles seit Jahren wieder zurückgefahren, aber macht nix, die Hannis und Nannis dieser Welt werden auch in Zukunft noch mit dankbarem Dackelblick zu den Leistungsträgern aufblicken, so lange sie nur für immer weniger Entgelt die Profite anderer steigern dürfen und sich ab und zu über die faule Bande an H4-Empfängern echauffieren dürfen, die ja, genau wie die deutsche Gesellschaft, immer noch zu den 'wirtschaftlich reichsten Menschen der Welt' zählen. Haben die ein Glück, oder?
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 16:23 Uhr
@crumble, @crumble
"da werden Begriffe wie Unkenntnis ins Spiel gebracht, ohne im Geringsten aufzuzeigen, worin diese denn bestehen soll."

Ich denke, das kriegen wir hin. Also: JEDER Deutsche, auch die Hartz4-Empfänger, gehören zu den wirtschaftlich reichsten 20% Menschen dieser Erde. Ob Sie diese Kenntnis zu einer intellektuellen Höchstleistung zählen ... entscheiden Sie selbst.

Aber dass das so ist, hat auf jeden Fall mit einer gehörigen Portion Effizienz zu tun, die sich u.a. in einer ordentlichen Produktivität ausdrückt, die Sie u.a. mit "dient das der Profitmaximierung" abwertend beschreiben.

Das können Sie ja gerne machen, es wirkt nur dann etwas albern, wenn Sie augenscheinlich nicht überblicken, dass ausgerechnet das, was Sie so abwertend beschreiben, uns nun gerade wirtschaftlich an die Spitze dieser Erde befördert hat.

Dass das dann aber auch nicht zum Dasein eines glücklichen oder wenigstens zufriedenen Menschen reicht, dafür sind für mich die stets unzufrieden wirkenden Linken ein gutes Beispiel.

Und dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber BEIDE aufeinander angewiesen sind - na logo. Aber jenseits dieser Binsenweisheit lohnt die Erkenntnis, dass Arbeitsplätze mindestens die durch ihre Einrichtung verursachten Kosten wieder einspielen müssen - sonst sinken ihre Chancen, eingerichtet zu werden.

Dass Sie auf nüchterne, wirtschaftliche Sachverhalte so emotional reagieren, wird Sie allerdings Lösungen, die auf wirtschaftliche Probleme wirken sollen, nicht näherbringen. Moral hilft da leider nicht.

Ihr Satz "die Hannis und Nannis dieser Welt werden auch in Zukunft noch mit dankbarem Dackelblick zu den Leistungsträgern aufblicken, [...] und sich ab und zu über die faule Bande an H4-Empfängern echauffieren dürfen," ist ein Indiz dafür, dass Sie mich in Argumentationsermangelung auf ein Argumentationsniveau reduzieren wollen, auf dem Sie mir dann in Augenhöhe begegnen.
Comment
von DiabolusParvus DiabolusParvus ist gerade offline | 9.2.2010 18:06 Uhr
Den wahren Glauben erschüttert nix!
Der Waren-Glaube, die Ware „Glauben“ ,… usw. usf.

Da wird entschlossen das Modell der Lohnarbeit weiter anempfohlen, obgleich in der aktuellen globalen Entwicklung genau dieses Modell sich selbst überholt hat und seine ideologische Präsentation als „Alleinseligmachendes“ auf den Müllhaufen der Geschichte schmeißen muss?!? Die durch Effektivität und gesteigerte Produktivität erlangte „Effizienz“ hat dummerweise den Nebeneffekt, immer weniger Arbeitskraft zu benötigen. Daher ist es eine schiere Illusion, dass – ob in Deutschland oder sonstwo in der Welt – nach diesem Modell die Masse aller Menschen ihre ökonomische und damit auch rein physische und psychische Existenz noch über „Erwerbsarbeit“ sichern könnte.

Und der Markt wird alles richten?!? Plötzlich wird dieses Credo dann unangenehm, wenn wir seine allgemeine Gültigkeit einmal überprüfen. Der „Markt“ wird höchstens hinrichten. Wenn eine Ware im Überfluss zur Verfügung steht, sinkt ihr „Preis“. Im Falle der Ware „Arbeitskraft“ sinkt deren Preis unter das zu ihrer Bereitstellung nötige Mindestmaß, also die zur Lebenserhaltung notwendigen Mittel. Diese „Ware“ wird überflüssig.

Menschen werden überflüssig.

Erfordert der wahre Glaube es aber, die unvermeidlichen Konsequenzen nicht nur zu ertragen, sondern sie dann auch noch zu lobpreisen?

Hier sind die Fragen der geistigen Ebene und der Perspektive wahrlich sehr sorgfältig zu stellen.

[Siehe auch unten: „Der heilige Markt“]
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 19:31 Uhr
@diabolus
"Menschen werden überflüssig "

Hm. Im Sommer denke ich oft: Diese Zecken, wozu sind die überhaupt nötig? Sie erfüllen eigentlich gar keinen Zweck, sie sind nur unangenehm bis tödlich.

Aber selbstkritisch muss man sich dann doch fragen:

Sind Menschen nötig? Wozu?


Comment
von DiabolusParvus DiabolusParvus ist gerade offline | 11.2.2010 16:16 Uhr
Gratulation an alle Beteiligten
„Menschen" in Bezug zu „Zecken" zu setzen spricht wahrlich für einen bizarren "Humor"!

"Sind Menschen nötig? Wozu?"

Der User "hannibal" sollte ganz genau so weitermachen, dann erübrigen sich jegliche Rückfragen ohnehin. Eine eindeutigere Selbst-Offenbarung gibt's nicht oft! – Allerdings! Dieser vor Zynismus strotzende Beitrag wird hier im Tagesspiegel-Forum ungerührt veröffentlicht???
Comment
von dali dali ist gerade online | 9.2.2010 11:32 Uhr
Ach @hanni
ich bin ja schon mal froh,
dass unser hannis mal den Weg auf die KULTUR-Seiten gefunden hat,
das könnte ja dahingehend enden, dass er sogar zu einem Zweitbuch findet,
zumal dies umso notwendiger erscheint,
als er nicht erkennt,
dass die Arbeit eines Soziologen NICHT die eines ökonomen ist,
wohl aber die Folgen, die dieses oder jenes ökonomische Handeln auf Gesellschaft hat.
Da aber stellt Engler fest,
dass es immer mehr lauter kleine Ekel gibt,
die sich zum Ziel gesetzt haben, diese Gesellschaft von innen zu zerstören.
Nun ist es ja nicht so,
dass wir das noch nicht bemerkt hätten,
aber dass es noch immer Leutchen gibt, die derartiges verteidigen, verwundert schon,
zumal die wirtschaftlichen Erfolge derartiger Politik ja erwiesener Maßen (Reagonomics, aber auch GWB) als völlig verfehlt gezeigt haben.
Hanni aufwachen,
der Westerwelle/Henkel/Sinn-Wahn ist vorbei,
die liegen in den Trümmern in den Ruinen ihrer Politik,
und wimmern jetzt nur noch aber wir wollten doch...

Nee,
Ihr wollt jetzt nicht mehr,

aus die Maus...
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 13:17 Uhr
Herr Dali - mehr Sorgfal!
"als er nicht erkennt,
dass die Arbeit eines Soziologen NICHT die eines ökonomen ist, "


Natürlich erkennt er das, oder warum liest Herr Dali in Hannis Kommentar vom 08.01.10, 18:08h einen Satz, der ihm bekannt vorkommt?

"SO EIN UNSINN! Er gibt ja selber zu, dass er von Ökonomie keine Ahnung hat, aber trotzdem hat er keine Hemmungen sein Unverständnis in einfach verständliche falsche Aussagen zu kleiden. "

Na, haben Sie sich wieder erkannt? Herr Dali, Sie sollten sich darauf beschränken, für Sie widersprüchliche Positionen nur mit Linken zu diskutieren - ja, ich weiß, links von Ihnen gibts nicht mehr viele, aber trotzdem - denn da finden Sie Ihre Sternstunden, also wie Sie mal jemandem die Notwendigkeit der Agenda 2010 erklärt haben - erste Sahne! Man hätte Sie für einen Sozi halten können.

Ach, und da kam ja noch was:

"Hanni aufwachen,
der Westerwelle/Henkel/Sinn-Wahn ist vorbei,
die liegen in den Trümmern in den Ruinen ihrer Politik,
und wimmern jetzt nur noch aber wir wollten doch... "


Herr Dali, also die Landser- und Julia-Romane sollten Sie wirklich mal aus der Hand legen

"Nee,
Ihr wollt jetzt nicht mehr,

aus die Maus..."


:-)
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von dali dali ist gerade online | 9.2.2010 14:27 Uhr
@hanni, wie ich schon sagte, aus die Maus,
das bedeutet konkret,
nach dem heutigen Urteil ist Hartz IV in seiner jetzigen Form,
eben nicht nur die Beträge betreffend Geschichte.
Der Spaß kostet jetzt weiter 6-10 MRDn. (je nach Zahlenansatz mehr, bzw. gehen Einnahmen zurück.
Wenn man da auf Steuererhöhungen verzichten will
(was ich ja für durchaus angesagt halte),
mus man anders Einnahmen generieren.
Dass aber kann man nur, wenn man Einnahmen bei denen hat, die bisher bezuschusst werden mussten und zukünftig noch höher,
das aber heißt,
MINDESTLOHN,

über eine Notwendigkeit zum BGE kann man ja dann immer noch reden. Aber ohne das Vehikel Mindestlohn,
passiert jetzt genau das,
was ich hier ständig beklage,
der Staat hat immer niedrigere Einnahmen seitens der Beschäftigten bei steigenden Kosten.

DIESES System hanni, frisst sich selbst.

DAS IST DDR-WIRTSCHAFT!!!
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 16:35 Uhr
Ja Herr Dali, wie ich schon sagte,
wenn erst mal der Ansatz falsch ist ...

"Wenn man da auf Steuererhöhungen verzichten will
(was ich ja für durchaus angesagt halte),
mus man anders Einnahmen generieren. "


Sagen Sie mal, kommt Ihnen gar nicht in den Sinn, dass der Staat etwas bei den Ausgaben ... nein?

Und die Wirkung des Preises auf den Absatz und Umsatz ... sagt Ihnen nichts? Und da können auch noch weitere Steuerhöhungen keine Schäden ...?

Daher lieber neue steuerliche Einnahmequellen erschließen? Die Staatsquote noch mehr erhöhen und das ohne Folgen für die Konjunktur? Haben Sie mit staatlicher Planwirtschaft so gute Erfolge verzeichnen können?

Und durch Ihre Straßenbahnschaffnerin wissen Sie verlässlich, dass Sie keine Mauer brauchen werden, um die Flucht der Leistungsträger zu stoppen, weil die ja bereits nach kurzer Zeit reumütig alle wiederkommen?

Und dann noch das BGE? Also wir erarbeiten alles für den Staat und der gibt uns dann eine Art Taschengeld? Mit Vorgaben? Weil die Leute zu blöd sind, ihr eigenes Geld sinnvoll auszugeben?

Was kennen Sie nur für Leute?

Ich glaube Herr Dali, Sie können von Glück sagen, dass man ihre Rezepte bisher nie befolgt hat. Allerdings wage ich bei 25% Schulabbrecherquote pro Jahrgang für die Zukunft diesbezüglich keine Prognose ...

Aber in einem haben Sie Recht:

"DAS IST DANN DDR-WIRTSCHAFT!!!"
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von dali dali ist gerade online | 9.2.2010 19:06 Uhr
Das ist doch völlig irrational, @hanni
und bar jeden Bezugs zur Wirklichkeit:
nicht nur,
dass die Neuverschuldung permanent gesunken ist und ja wohl unzweifelhaft nicht die ALG II Berechtigten die Schuldenexplosion verursacht haben,
sollen aber die Hartz IV-Leute den Spaß bezahlen bzw. büßen.
Oberdrein wehrt er sich gegen Systeme, die die von hanni ja so geliebten Arbeitskosten dramatisch senken würden.

Es gibt einfach keine ökonomischen Gründe, die hannis Sprüche stützen könnten,
außer dem,
dass man ein Folterinstrument gegenüber Beschäftigten verlieren würde...
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von dali dali ist gerade online | 9.2.2010 20:12 Uhr
Es würde einem Großökonomen wie @hanni
sicher gut stehen,
wenn er wenigstens die Grundbegriffe der Volkswirtschaft kennen würde.
Ich könnte ihm ja mal einen kleinen Lektüreplan, zuzusagen für Anfänger, zusammenstellen.

Überdies hat er diabolus' Position nicht mal verstanden,
sonst würde er nämlich nicht so geifern...
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 9.2.2010 23:34 Uhr
Hochzeit der Eindimensionalität
Es gibt lehrreiche, hinkende, unpassende, falsche und entlarvende Gleichnisse. Der Vergleich der Ökonomie mit einem Schachspiel innerhalb einer Wertediskussion gehört in die letzte Kategorie. Holzfiguren ohne Willen und Bedürfnisse und außerhalb aller moralischen Überlegungen („den gegnerischen König zu atomisieren“).

Der darauf folgende Abschnitt belegt diese Analyse: Andersdenkende werden als „ökonomisch Unbeleckte“ diffamiert, geschüttelt von „Gefühlsschwankungen“. Und noch eins drauf: Der Arbeitsplatz(!) muss sogar auch noch „die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung erwirtschaften“. Der Arbeitsplatz?? Zum Einen wird hier vom arbeitenden Menschen schlichtweg abgesehen, was ethische Skrupel ja von vorn herein zur Seite fegt, und zum Andern der Arbeitnehmer zum notwendigen Übel degradiert, zu einem Klotz am Bein des Arbeitsplatzstifters.
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von Robin_Renitent Robin_Renitent ist gerade offline | 9.2.2010 10:38 Uhr
Der Sozialstaat entfremdet
Also keine wirkliche, nur gefühlte Armut. Armut schändet ja nicht, gab es immer. Alles nichts ungewöhnliches, solange man es nicht aufbauscht und man den Leuten einredet der Sozialstaat sei der Dukatenesel gegen dien Armut. Auch meine Kinder lernen gezielt auf etwas hinzusparen, sich in Geduld zu üben und nicht, jeden Wunsch sofort erfüllt zu bekommen.

Weder den Eltern, noch dem Anwalt, noch den 60 Prozent anderer Hartz IV Empfänger, die meinen es sei alles zu wenig und auf Erhöhung drängen, kommt denn auch in den Sinn, dass es genau diese Erwartungshaltung an den Staat und seine Taschen ist, der sie in Abhängigkeit hält und die kleinen Sharons (SPIEGEL) auch ein Leben lang halten wird. Dass ihre Forderungen sich so aufwändig alimentieren zu lassen, dass auch noch Reitunterricht (SPIEGEL) dabei rausspringen soll, völlig unangemessen sind sagt ihnen sowieso keiner. Jedenfalls kein Politiker der wiedergewählt werden will, es gibt kein Anwalt der verantwortungsbewussterweise mal seine Mandanten zur Zurückhaltung bewegt, und kein Journalist in einem Mainstreammedium der seiner Aufgabe gerecht wird.

Sicher, das Leben mit Hartz IV ermöglicht nicht alle Wünsche erfüllen zu können. Und sicher leben die Töchter von Herrn Ackermann oder Kollegen materiell anspruchsvoller. Ob ihnen auch eine Erziehung zur Bescheidenheit ermöglicht wird bleibt dahingestellt. Aber wenn wir alle reiten, dann gibt es eben keine Unterschiede mehr. Diese unterschiedslose, klassenlose Gesellschaft, der Traum aller Linken, soll natürlich, natürlich auf hohem Niveau stattfinden. Reichtum für alle.

Das wir mit diesem staatlich zugeteilten Reichtum, der aus den Taschen der Nachbarn kommt, auch unsere individuelle Freiheit und Unabhängigkeit verlieren kann Sharon mit 12 Jahren noch nicht erfassen.

Soziologen auch nicht...die meisten haben auch noch nie was von einer privat organisierten Gesellschaft und der Austrian School gehört. Der Sozialstaat entfernt von direkter Zuwendung und Nähe.
Comment
von DiabolusParvus DiabolusParvus ist gerade offline | 9.2.2010 16:29 Uhr
„Den guten Willen seh ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube“
Wolfgang Englers Plädoyer für die Absicherung menschenwürdigen Daseins aller Menschen in unserem Lande ist ja recht edelmütig. Doch es dürfte an den tiefen Gesetzmäßigkeiten der globalen geldwirtschaftlichen Reproduktion einfach scheitern. Erst eine tiefergehende Analyse des Gesamtzusammenhangs der Geldzirkulation (und z.B. der „abstrakten Arbeit“ oder des „Werts“) würde ermöglichen, Ausmaß und Bedeutung der gegenwärtigen Krise mit Nüchternheit und Erschrecken zugleich zu erkennen. – Oder anders: Die Seuche des Aussonderns von Menschen als direkte Folge des gegenwärtigen Entwicklungsstandes „unseres“ globalen geldwirtschaftlichen Reproduktionssystems wird kaum innerhalb dieses Systems oder mit diesem System selbst zu kurieren sein.

Da ich faul bin, dazu nur ein Link (Obwohl es nur ein „Spendenaufruf" ist und und leider teilweise typisches „Soziologen-Deutsch“ bietet. So what!).

Uneingeschränkter Dank gilt aber Englers klaren Worten zu Herrn Sloterdijk:

„Aber Sloterdijk meint es offenbar ernst, und so viel darf man auch einem Philosophen zumuten, dass er sich die Konsequenzen dessen vergegenwärtigt, was er sagt, wenn er es ernst meint. Die Konsequenz ist, dass die Abschaffung der Steuern zu einem verzweifelten Leben vieler Menschen führen würde und wahrscheinlich sogar zu vielen, vielen Toten. […] Sloterdijk bestreitet letztlich anderen die Existenz: Vielleicht wäre ich ja gar nicht so großzügig, um auch Ärmeren noch eine Lebensgrundlage zu ermöglichen. Das ist völlig antizivilisatorisch gedacht, ein Akt intellektueller Barbarei.“

Dank auch an:

@flubutjan | 8.2.2010 10:52 Uhr
@monsieuralex | 8.2.2010 12:54 Uhr
@Crumble | 9.2.2010 10:33 Uhr & @Crumble | 9.2.2010 13:27 Uhr

Ihre Beiträge haben mir einiges an Arbeit abgenommen.
Comment
von dini dini ist gerade offline | 9.2.2010 16:57 Uhr
@werter hannibal

In Ihrem eigenen gesundheitlichen Interesse

sollten Sie keinesfalls das Haus verlassen, um

sich der Gefahr eines Sturzes auf blankem Eis,

auszusetzen.
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 19:33 Uhr
@dini - och, da machen Sie sich
mal keine Sorgen.

Sie sehen ja selbst, dass ich im Gegensatz zu anderen, immer mit offen Augen durch die Realität stromere und für die Widrigkeiten des Lebens immer pragmatische Lösungen zur Hand habe :-)
Comment
von DiabolusParvus DiabolusParvus ist gerade offline | 9.2.2010 18:23 Uhr
Der heilige Markt
Das Thema „Bürgergeld" bzw. „bedingungsloses Grundeinkommen" kann eben nicht ohne die eigentlich herrschenden Prinzipien des geldwirtschaftlichen Reproduktionsprozesses erörtert werden. Da zählen Menschen halt nur als „Repräsentant/inn/en ihrer Arbeitskraft", mehr nicht.

Gibt es ein Überangebot einer Ware, lässt sie sich am Markt eben nicht mehr realisieren. Wir „leben“ halt nicht mehr im Boom der Fünfziger, das sollte seit 1990 doch klar sein:

„Der Wert der [Ware] Arbeitskraft, gleich dem jeder andren Ware, ist bestimmt durch die zur Produktion, also auch Reproduktion, dieses spezifischen Artikels notwendige Arbeitszeit.“ (S. 184).

Der „Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel“ (S. 185).

„Wenn der Eigentümer der Arbeitskraft heute gearbeitet hat, muß er denselben Prozeß morgen unter denselben Bedingungen von Kraft und Gesundheit wiederholen können. Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten.“ (S. 185).

„Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel. Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf diese[s] Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.“ (S. 187).

„Es ist eine außerordentlich wohlfeile Sentimentalität, diese aus der Natur der Sache fließende Wertbestimmung der Arbeitskraft grob zu finden und etwa […] zu jammern“. (S.187)

Einige Sätze des "Alten Manns aus Trier".
Der Name? – Wohl schnell erraten!
Die Quelle? „Das Kapital, Band eins“
Fundstelle: MEW 23
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 19:37 Uhr
Oh je @diabolus
"Gibt es ein Überangebot einer Ware, lässt sie sich am Markt eben nicht mehr realisieren"

Was verstehen Sie unter "realisieren"? Was für ein skuriler Begriff in diesem Zusammenhang? Meinen Sie, dann lässt sich die Ware nicht mehr absetzen? Oder nicht zu einem Preis, den Sie gut finden? Und wie definieren Sie "Überangebot"? Würden Sie bei einem "Überangebot" den Preis erhöhen? Aber den ML finden Sie doch gut, oder? Erkennen Sie einen Widerspruch?

PS: Ihre Lektüre sollten Sie mal überprüfen, Ihre Wahl scheint nur der Verwirrung Vorschub zu leisten!







Comment
von DiabolusParvus DiabolusParvus ist gerade offline | 11.2.2010 16:49 Uhr
Eigentor !
„Was verstehen Sie unter ‚realisieren’? Was für ein skuriler [sic!!!] Begriff in diesem Zusammenhang?“

Nun ja, was für eine skurrile, rhetorisch hinterhältige Suggestivfrage! Dieser „hannibal“, der hier alle und jeden schurigelt, welche/r nicht seiner Meinung sind/ist, gesteht Unverständnis einem klaren Aussagesatz gegenüber? – Gemach, die folgenden „Fragen“ kann ich auch nicht ernstnehmen. Aber die vermeintlichen „Fragen“ täuschen, denn flugs unterstellt mir der „hannibal“ – trotz meiner Kritik am „bedingungslosen Grundeinkommen“ – ein Befürworten des „Mindestlohns“ und „diagnostiziert“ mir mit all seinen rhetorischen Kapriolen und all seiner „Weisheit“ einen „Widerspruch“, den ich wohl nicht merken würde. Wahrlich, das ist intellektuelle Brillanz!

Demhingegen ist ziemlich evident, dass ein Propagandist des geheiligten, gleichwohl gescheiterten geldwirtschaftlichen Reproduktionssystems wie „hannibal“ selbstredend völlig überfordert ist, wenn jemand das „Bedingungslose Grundeinkommen“ wie auch den „Mindestlohn“ mit Bezug auf die Marx’sche Theorie kritisiert.. Das geht gar nicht! Mich allerdings wundert diese Irritation überhaupt nicht, da der entsprechende User schon an anderer Stelle eingestanden haben, Selbstverständlichkeiten eben nicht zu verstehen. – Allerdings, mir sind alle diejenigen Menschen lieber, die im Krisentaumel des geldwirtschaftlichen Weltsystems den Ernst der Lage wenigstens spüren. Dann sind mir auch Entwürfe sympathisch, die das humane Miteinander der Menschen als generelle Orientierung aufrechterhalten wollen (wie beim Mindestlohn). Da verweise ich allerdings warnend auf Positionen, die eine tiefere Analyse einfordern und vor Blauäugigkeit warnen. – Diese Leute offenbaren jedenfalls eine andere Art sozialer Verantwortung als diejenigen, welche Menschen und Zecken auf eine Ebene stellen.
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 9.2.2010 19:58 Uhr
Liebe Kommunisten, ich habe wenig Zeit,
daher wende ich mich mal gesammelt an Sie - und wenn Sie mitarbeiten, werden sich Ihre Irritationen (für die ich z.T. Verständnis habe) schnell auflösen.

Also, Sie verquicken hier 2 Dinge: Sie finden es - wie jeder Realist auch - schlecht, dass viele Menschen keine Arbeit haben, dass so viele Menschen von Hartz4 leben müssen und dass viele Menschen - trotz Arbeit - nicht so viel Geld verdienen, so dass sie ohne staatl. Hilfe auskommen können.

Bei diesen Gedanken sind wir noch beianander.

Wo wir auseinander driften, ist der Lösungsweg. Ihren - und das tut mir Leid - kann ich leider nicht erkennen.

Meinen, den ich seit Jahren unermüdlich erkläre, lehnen Sie z.T. ab, weil Sie, ebenso wie Der Sozialoge Engler - völlig zu Unrecht und voreilig - Pickel kriegen und einen Brechreiz, u.a. bei folgenden Begriffen

- Effizienz
- Produktivität
- Profit

Was Sie nicht verstehen ist, dass Sie diese Begriffe und die Marktwirtschaft einserseits verabscheuen und ablehnen, aber andererseits die Früchte dieser Marktwirtschaft gerne mitnehmen und es gerne auch noch mehr sein dürfte.

Also, meine Herren: BEIDES macht keinen Sinn! Und das was ich empfehle, ist keine Verunglimpfung der H4-Leute, sondern Rezepte, die bewirken, dass es MEHR Arbeitsplätze gibt, die es erlauben, dass man MEHR Sozialausgaben tätigen kann und was ich bei Ihnen nicht verstehe, ist, dass Sie alle bereit sind munter Geld auszugeben aber es andererseits fertigbringen, dabei völlig die profane Finanzierungsfrage aus dem Blick zu verlieren.

Abgesehen davon, dass ich für einen Linken viel zu gut gelaunt wäre, aber diese bornierte Ignoranz ist wohl der Hauptgrund, der verhindert, dass ich jemals ein echter Linker werde.

Und borniert muss diese Ignoranz wohl sein, wenn man trotz solcher Fehler sich erkennbar ebenso genüsslich wie völlig unberechtigt in seinem wohligen edlen moralischen Höherwertigkeitsgefühl wälzen möchte, während man ebenso munter anderen die Moral abspricht.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 10.2.2010 18:37 Uhr
(Zitat) „Liebe Kommunisten, ich habe wenig Zeit“
Ihre oft langen und oft höhnischen Forumsbeiträge (siehe z. B. oben) sind ein sicheres Indiz für diese Behauptung, nicht wahr? Und sehr feinsinnig ist, wie Sie die Kommunisten unter den Forumsteilnehmern ausmachen und verbal an den Pranger stellen, also alle, die die Kapitalvermehrung nicht in den Mittelpunkt der Ontologie stellen.
Comment
von DiabolusParvus DiabolusParvus ist gerade offline | 11.2.2010 17:04 Uhr
@wilhelm | 10.2.2010 18:37 Uhr
Eine richtige Kapriole, alles und jedes, was „hannibal“ nicht so recht in den Sinn passt, mit dem Kampfbegriff „Kommunisten“ abzubügeln!!! Das unterbietet sogar den heutigen Stand der BILD-Zeitung. Mit verbissener Inbrunst wird über die generelle Motivation Andersdenkender spekuliert, uns zwar in einer Weise, die so ignorant und humorlos daherkommt wie alle übrigen cholerischen Ausfälle fundametalistischer Hardliner. – Und beinahe bin ich geneigt, das Präfix „Anders“ im vorhergehenden Satz komplett zu streichen.

Es präsentiert sich hier eine lückenlose Selbstoffenbarung des Users „hannibal“.

Sie haben mit Ihrem Beitrag den Nagel mehr als auf den Kopf getroffen.

Seite : 1 2 >> (2 Seiten)

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