Erstmals seit Jahrzehnten tritt Schauspieler und Sänger Johannes Heesters wieder in seiner niederländischen Heimat auf. Wegen seiner Karriere im nationalsozialistischen Deutschland wurde ihm ein Auftritt in den Niederlanden lange Zeit
verwehrt.
Für den 103 Jahre alten Heesters geht ein Wunschtraum in Erfüllung: Am 16. Februar, so ist es geplant, steht Heesters in
seiner Geburtsstadt Amersfoort auf der Bühne. Das bestätigten das
Theater "De Flint" und Heesters' Agentur.
Als die Deutschen im Zweiten Weltkrieg das kleine Nachbarland
besetzten, war Heesters schon lange ein Star in Berlin. Er wirkte mit
in Filmen, die nach dem Krieg zwar nicht als Propaganda eingestuft,
aber als gezielte Ablenkung betrachtet wurden. Unbestritten ist, dass
Heesters 1941 das Konzentrationslager Dachau besuchte. Dass er dort
gesungen habe, wie es später in Veröffentlichungen hieß, hat der
Künstler immer bestritten: "Es tut mir leid, dass ich mich durch die
SS habe verleiten lassen. Aber ich habe da nicht einen Ton gesungen",
sagte er im August dieses Jahres der niederländischen Zeitung "de
Volkskrant". Er fühlte sich zu Unrecht in die Nähe der Nazis gerückt.
Heesters: "Ich habe Heimweh"
In dem Interview mit der "Volkskrant" sprach Heesters auch wieder
den Wunsch nach einem Auftritt in der Heimat aus: "Wenn ein
Theaterdirektor mich einladen würde, käme ich. Ich habe Heimweh. Aber
ich bettele nicht darum." Direktor Pieter Erkelens vom Theater "De
Flint" in Amersfoort reagierte sofort: "Ich dachte: Wenn nicht in
seiner Geburtsstadt, wo dann?", sagte Erkelens.
Dass Heesters eine "beschwerliche Vergangenheit" habe, sei ihm
bewusst, betonte Erkelens. Deshalb habe er mit vielen Menschen in
Amersfoort über den geplanten Auftritt gesprochen. "Aber ich
entscheide nie nach politischen Vorzügen, sondern ich schaue, dass
wir gute Künstler bekommen", sagte Erkelenz.
(mit dpa)
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Bevor noch einer auf die Idee kommt, Rente erst ab 100 Jahren (Beitragspflicht?) einzuführen.