A CAPPELLABasta : Blutwurst in Bratislava

Jörg W,er

„Niemand ist fieser als die aus Pisa“ – in ihrem kurz vor der Fußball-WM 2006 veröffentlichten Song „Die Welt zu Gast bei Freunden“ ahnten Basta offenbar schon, welches Unheil die deutsche Mannschaft im Halbfinale erwarten sollte. Der moralische Imperativ der Möchtegern-Hymne („Nur den Pokal, den lasst schön hier!“ ) war den mit feinstem Satzgesang geadelten Italienern denn auch schnuppe.

Der Erfolgskurve des 2000 gegründeten A-capella-Quintetts aus Köln konnte die Negativprophezeiung indes nichts anhaben. Mit ihrem im November erschienenen vierten Album „Wir sind, wie wir sind“ schafften Basta erstmals den Einstieg in die deutschen Charts. Gut gelaunte Fernsehauftritte und ein unermüdliches Tourprogramm haben dafür gesorgt, dass die frechen Fünf den Sprung über das rheinische Vergnügungsbermudadreieck hinaus geschafft haben.

Während sie mit perfekt choreografierter Mehrstimmigkeit routiniert die verschiedenen A-capella-Entwicklungslinien von den Comedian Harmonists bis zu den Prinzen verschmelzen, neigen sie auf textlicher Ebene zu Wortspielen von komödiantischer Deftigkeit. Da tummeln sich „rechtsradikale Veganer“ neben „Blutwurst“-Fanatikern, bitten brustbepelzte „Bratislava Lover“ zum Tanz mit flatterhaften „Spielerfrauen“, werden triste Autobahnraststätten („Ohligser Heide“) und großstädtische Edeletablissements („Paris Bar“) gleichermaßen inbrünstig besungen. 100 000 Zuschauer wie bei Weltjugendtag 2005 in Köln werden ihnen im Admiralspalast zwar nicht zujubeln, aber die Rampensäue bringen angeblich auch kleinere Auditorien zum Kochen. Jörg Wunder

Admiralspalast, Mo 7.1., 20 Uhr, ab 17 € + VVK

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