Aborigine-Musiker-Legende : Geoffrey Gurrumul Yunupingu ist tot

Geoffrey Gurrumul Yunupingu galt als der bekannteste Aborigine-Musiker Australiens und Stimme einer ganzen Generation. Nun ist er im Alter von 46 Jahren gestorben.

Geoffrey Gurrumul Yunupingu und seine Gitarre. Die Familie bat - wie dies bei Aborigines üblich ist - aus Respekt vor dem Toten darum, keine Fotos von ihm mehr zu veröffentlichen.
Geoffrey Gurrumul Yunupingu und seine Gitarre. Die Familie bat - wie dies bei Aborigines üblich ist - aus Respekt vor dem Toten...Foto: dpa/Dan Himbrechts

Der bekannteste Aborigine-Musiker Australiens, Geoffrey Gurrumul Yunupingu, ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Der blinde Musiker erlitt in einem Krankenhaus der nordaustralischen Stadt Darwin einen Herzinfarkt, wie seine Plattenfirma am Mittwoch bestätigte. Bereits seit mehreren Jahren musste er sich wegen einer Erkrankung von Leber und Nieren behandeln lassen. Australien würdigte ihn als „Stimme einer ganzen Generation“.

Yunupingu verkaufte mehr als eine halbe Million Tonträger und hatte auch international einigen Erfolg. Alben wie „Gurrumul“ und „Rrakala“, die tief in der Tradition der australischen Ureinwohner stehen, schafften es auch in Europa in die Charts. Bei Konzerten trat er unter anderem vor der britischen Queen Elizabeth II. und US-Präsident Barack Obama auf.

Yunupingu kam 1970 auf einer Insel vor der australischen Nordküste im Stamm der Galiwin'ku zur Welt. Er war von Geburt an blind. Mit sechs Jahren fing er an, Gitarre zu spielen. Meist sang er in seiner Stammessprache Yolngu. Seine eindringliche helle Stimme wurde vielfach als „Engelsstimme“ beschrieben. Die Familie bat - wie dies bei Aborigines üblich ist - aus Respekt vor dem Toten darum, keine Fotos von ihm mehr zu veröffentlichen. (dpa)

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