Kultur : ACTIONDRAMA

Für den unbekannten Hund

Christiane Peitz

Sie tragen altertümliche Kluft, bilden Bruderschaften und benutzen seltsame Wörter: Gut 500 Wandergesellen gibt es im deutschsprachigen Raum. Deren Alltag bringen die Regie-Brüder Reding auf die Leinwand – und auch die Gewalt gegen solche Außenseiter in der ostdeutschen Provinz. Der Betonbauer Bastian hat einen erstochen, geht auf die Walz, trifft den Gesellen Festus, der wiederum seinen ermordeten Kumpel Schmiege vermisst: ein Bußgang, ein Sühne-Abenteuer in einer rüden, nasskalten Welt. Wie in ihrem Debütfilm „Oi! Warning“ rühren die Zwillinge eine explosive Mischung an: kauzige Typen, wüste Schnitte, Signalfarben, virtuose Schmuddelästhetik,Barockmusik meets Heavy Metal. Die Redings entfesseln die Elemente des Kinos und schleudern einen Brandsatz gegen all jene, die im wirklichen Leben zündeln. Wilder Trip gegen Rechts. Christiane Peitz

„Für den unbekannten Hund“, D 2007, 107 Min., R: Dominik und Benjamin Reding, D: Lukas Steltner, Sascha „Ferris MC“ Reimann

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