Kultur : Addio, Big P

Stimmen zum Tod des Tenors Luciano Pavarotti

Als Sänger war Luciano Pavarotti ein global player – nach seinem Tod am Donnerstagmorgen (Nachruf s. Seite 3) trafen Beileidsbekundungen aus aller Welt ein: „Ich bin stolz darauf, dass ich Pavarottis Kollege und Freund war“, erklärte José Carreras, der zusammen mit Pavarotti und Placido Domingo seit 1990 als Tenor-Trio die Oper popularisiert hatte. „Sein Mut und seine Stärke, mit der er seinem schweren Krebsleiden entgegengetreten ist, hat uns alle tief beeindruckt“, sagte Carreras, der selbst eine Leukämie-Erkrankung überwunden hatte. Auch Placido Domingo ehrte seinen Kollegen: „Ich liebte seinen großartigen Sinn für Humor“, sagte er der italienischen Zeitung „La Repubblica“. „Manchmal vergaß ich bei unseren Konzerten, dass wir vor zahlendem Publikum auftraten, so viel Spaß hatten wir.“

Italiens Ministerpräsident Romano Prodi betonte, mit Pavarotti sei „in der Musikwelt und Italien eine ganz große Stimme verschwunden“: „Einer der größten Verdienste des Startenors ist es, der Welt das wahre künstlerische Gesicht unseres Landes gezeigt zu haben.“ Der italienische Kulturminister Francesco Rutelli fügte hinzu: „Er hinterlässt eine nicht mehr ausfüllbare Lücke bei allen Fans großer italienischer Musik. Big Luciano wird für immer einen Platz in der Musikgeschichte haben.“ Das Ministerium hatte erst am Dienstag bekannt gegeben, Pavarotti einen Preis für seine „herausragenden Leistungen in der italienischen Kultur“ verleihen zu wollen.

Betroffen zeigte sich auch Elton John. „Dies ist ein trauriger Tag für die Musik und ein trauriger Tag für die Welt.“ Elton John gehört zu den Popstars, mit denen der Tenor unter dem Titel „Pavarotti and friends“ am Ende seiner Karriere karitative Crossover-Events veranstaltete. Mit Elton John hatte Pavarotti 1996 das Duett „Live Like Horses“ gesungen.

Regisseur Franco Zeffirelli würdigte Pavarottis alle Musikgrenzen überschreitendes Talent: „Es gab Tenöre, und dann gab es Pavarotti. Er liebte die Musik, und sein größter Verdienst war es, sie als ein Ganzes behandelt zu haben, vom lyrischen Fach über einfache Lieder bis hin zur Operette.“ Mit dem heute 84-jährigen Regisseur hatte Pavarotti häufig zusammengearbeitet.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann nannte Pavarotti einen „einzigartigen Tenor, der „wie kein anderer Künstler der Klassik neue Publikumsschichten erschlossen“ habe. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy erklärte: „Seine künstlerischen Qualitäten, seine Wärme und sein Charisma haben die ganze Welt verführt. Manche Puristen mögen seine Ausflüge in die Welt jenseits der klassischen Musik für gewagt halten, aber ich halte fest, dass die Brücken, die er geschlagen hat, dazu beigetragen haben, immer mehr Menschen für die klassische Musik zu gewinnen.“ Tsp

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