Kultur : Adrienne Goehler verteidigt RAF-Schau

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Die Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds, Adrienne Goehler, warnt vor übersteigerten Erwartungen an die geplante RAFAusstellung in Berlin. Nach heftiger Kritik von Politikern und Angehörigen der RAF-Opfer wegen einer möglichen Mystifizierung der Terrororganisation „Rote Armee Fraktion“ (RAF) sagte Goehler der dpa: „Ich habe die Sorge, dass 30 Jahre nicht aufgearbeitete Geschichte zum Beispiel mit den Angehörigen der RAF-Opfer jetzt von der Ausstellung geleistet werden soll.“ Hier werde etwas verlangt, was nicht möglich sei. „Es kann nicht Aufgabe der Ausstellung sein, eine Versöhnung mit den Angehörigen herbeizuführen, die Politik und Medien 30 Jahre versäumt haben“, betonte die Kuratorin. Eine unkritische Reflexion der RAF sei nie Ziel der Ausstellung gewesen. „Wir wollten die RAF nie glorifizieren.“ Eine wissenschaftliche Aufarbeitung sei von Beginn an als Teil der Ausstellung konzipiert worden. Der Hauptstadtkulturfonds hat die Ausstellung mit 100 000 Euro gefördert. Goehler verteidigte erneut die Notwendigkeit einer solchen Ausstellung: „Die RAF ist ein wichtiges Phänomen unserer Zeitgeschichte, das schlecht aufgearbeitet ist. Die gesamte Debatte jetzt darüber hat bewiesen, wie wichtig diese Ausstellung ist.“ Sie bedauert, dass wegen organisatorischer Pannen die von Anfang an geplante Einbeziehung der Angehörigen schief gelaufen sei. „Es muss eine faire Einbeziehung der Angehörigen geben, aber das kann keine Wiedergutmachung für das sein, was Politik und Medien versäumt haben.“ dpa

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