Kultur : Ärger um Fußball-Stück in Halle

Die Inszenierung „Ultras“ am ThaliaTheater Halle über fanatische Fußballfans ist als distanz- und verantwortungslos kritisiert worden. Die Kulturstiftung des Bundes, die das Stück mit 67 000 Euro fördert, bemängelte vor allem antisemitische Äußerungen in den Szenen. Änderungen plant Regisseur Dirk Laucke aber nicht. „Sowohl Gewalt als auch Antisemitismus finden in Halle statt. Es wäre eine Beschönigung, wenn ich das weglassen würde“, sagte Laucke der dpa. Auf der Bühne stehen zehn Laiendarsteller, von denen neun zu der Ultra-Szene des Fußballvereins Hallescher FC gehören. Premiere des dokumentarischen Stückes war am 18. September.

Als Reaktion auf die Kritik bekommen die Zuschauer jetzt eine einordnende Stellungnahme des Theaters, außerdem wird ein Publikumsgespräch angeboten. Auch Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados warf dem Theater „absolutes Versagen“ vor. Nach Ansicht der Kulturstiftung des Bundes ist das Stück an seinem eigenen Anspruch gescheitert. „Es ist wichtig, dass sich das Theater auch mit Gruppierungen wie den Ultras auseinandersetzt. Aber eine kritische Auseinandersetzung ist nicht erfolgt.“ dpa

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