Kultur : Afghanistans Schätze in der Bundeskunsthalle

Jahrzehntelang war der Kunstschatz aus der afghanischen Ausgrabungsstätte Tillya-tepe verschwunden. Man glaubte, das Gold sei eingeschmolzen, die Kunstschätze auf dem Schwarzmarkt verkauft oder von den Taliban zerstört worden. 2004 aber, nach dem Ende der Talibanherrschaft, tauchte der Schatz unversehrt wieder auf. Mitarbeiter des Nationalmuseums Kabul hatten ihn kurz vor dem Sturz der Kommunisten 1988 in den Depots der Zentralbank versteckt und so vor der Zerstörung gerettet. Vom 11. Juni bis zum 3. Oktober zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn nun die Ausstellung „Afghanistan. Gerettete Schätze. Die Sammlung des Nationalmuseums in Kabul“. 230 Objekte aus vier archäologischen Ausgrabungsstätten Afghanistans werden den Besuchern präsentiert – einmalig in Deutschland. Zum ersten Mal wurde die Ausstellung 2006 in Paris gezeigt, seitdem ist sie auf Reisen. Nach Museen in Turin und Amsterdam folgten Ausstellungen in den USA. An eine Rückführung in das Museum in Kabul ist derzeit nach Angaben der Bonner Museumsleitung nicht zu denken. Dafür sei die Lage in Afghanistan zu unsicher. dpa

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