• Agnès Boukri/Émilie Chollat: "Alles paletti": Lakonische Geschichten mitten aus dem Leben

Kultur : Agnès Boukri/Émilie Chollat: "Alles paletti": Lakonische Geschichten mitten aus dem Leben

R.B.

So ist das Leben. Während Papa bleich vor dem Computer schuftet, liegen Mama und die Kinder am Strand. Keine Angst, Agnès Boukri und die Illustratorin Émilie Chollat sind Frau genug, um hier keine Rollenklischees zu bedienen. Sie erzählen nur in "Alles paletti" (Altberliner Verlag, Berlin München 2000, 48 Seiten. 24,80 DM. Ab 4 Jahren) mitten aus dem Leben, wenn die Mutter und die Kinder einmal eine Woche alleine in Ferien fahren. Zwar genießt der Vater den zwanglosen Fernsehkonsum und die Disko, aber jeden Tag Eier essen ist auch langweilig. Und erst das Aufstehen. Grauenhaft. Da haben es die Seinen schon besser getroffen. Mama fährt den Einkaufswagen wie einen Formel-1-Schlitten, findet die Erzählerin, und sparen muss man auch nicht, aber jeden Tag Püree? Wenn die Eltern miteinander telefonieren, ist "alles paletti". Es ist ein Buch voller Weisheiten: "Ein Papa bei der Arbeit ist soviel wert wie zehn große Abenteuer". Und die Mutter ersetzt "zwölf Betreuerinnen eines Ferienlagers". Die lakonisch-komische Sprache Boukris wird wunderbar ergänzt durch die ungewöhnlichen Illustrationen von Chollat. Ein köstliches Buch, wie aus dem Leben gegriffen.

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