Agnes Obel, Brandt Brauer Frick, Madness : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Popkritiker/-innen in der Radio-eins-Sendung „Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Agnes Obel, Brandt Brauer Frick, Madness und Friends of Gas.

Die Singer-Songwriterin und Pianistin Agnes Obel.
Dänin in Berlin. Die Singer-Songwriterin und Pianistin Agnes Obel.Foto: PIAS

Agnes Obel: Citizen Of Glass (PIAS)

Was hat sie nur, was ist an ihr, dass so viele Menschen sich für sie begeistern? Die Dänin in Berlin klingt nämlich nicht so viel anders als viele ihrer ähnlich fragil-poetischen Kolleginnen aus Skandinavien. Vielleicht versteckt sich die Magie ja auch zwischen den Takten und Zeilen. Der „Gläserne Mensch“ ist Obels Thema auf diesem Album. Die Klänge dazu sind aber weniger dystopisch als vielmehr schön und bisweilen einlullend. Andreas Müller, Moderator

Brandt Brauer Frick: Joy (!K7/Warner)

Auf diesem vierten Studioalbum hat sich das Berliner Trio endgütig vom handgemachten Minimaltechno seiner Anfänge gelöst. Brandt Brauer Frick arbeiten meist im farbenreich zehnköpfigen Ensemble. Mit dem Kanadier Beaver Sheppard hört man erstmals eine durchgängige Stimme, die sich schlüssig in diesen nunmehr jazzorchestralen Synthiepop einfindet. Markus Schneider, Berliner Zeitung

Madness: Can’t Touch Us Now (Universal)

Überraschendes haben diese Briten auf ihrem zwölften Album nicht zu bieten. Facettenreich erzählen sie kleine Geschichten von bigotten Geschäftsleuten, der Verquickung von Armut und Spielsucht, einer Begegnung mit Amy Winehouse. Oden an die Liebe dürfen bei den Londonern auf keiner Platte fehlen, und am Ende findet sich ein Kommentar zur Verlogenheit der Politik. Die Hitdichte hat abgenommen, aber die Relevanz dieser Band ist geblieben. Martin Rabitz, Trinity Concerts

Friends Of Gas: Fatal Schwach (Staatsakt)

Hervorgegangen aus einem lockeren Improvisationsprojekt spielt dieses Münchner Quintett schön ruppigen Postrock mit Krautrock-Einschlag. Sängerin Nina Walser skandiert dazu mit ihrer heißeren Stimme größtenteils deutsche Texte, die sich zwischen Parole, Paranoia und Verzweiflung bewegen. Kraftvolles Debüt. Nadine Lange, Tagesspiegel

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