Kultur : Ai Wei führt Liste der Mächtigen in der Kunstwelt an

Der chinesische Künstler Ai Weiwei rangiert auf der Liste der einflussreichsten Menschen in der Kunstwelt auf Platz 1. Eine außergewöhnliche Entscheidung, da das jährlich vom britischen Magazin „Art Review“ publizierte Ranking sonst von einem Kunstmanager angeführt wird. Der Schweizer Galerist Hans-Ulrich Obrist steht auf Platz 2, als Deutsche sind der Kunsthändler David Zwirner und Museumschefin Beatrix Ruf unter den Top 10.

In der Begründung heißt es, Ai Weiwei habe den begrenzten Raum der Galerien und Museen überwunden und die Idee gefördert, dass der eigentliche Kontext von Kunst das ist, was in der realen Welt um uns herum geschieht. Der 54-Jährige, der seit seiner Entlassung aus 81-tägiger Haft im Juni Peking nicht verlassen darf, sieht in seiner Würdigung eine Anerkennung freiheitlicher Werte. Offenbar werde es nicht akzeptiert, wenn die Rechte der Bürger und die Meinungsfreiheit missbräuchlich eingeschränkt werden. Die persönliche Macht sei begrenzt; ein Mensch könne „seinen Einfluss nur zur Geltung bringen, wenn sein Ausdruck wirksam ist“. So gehöre „seine Macht eigentlich all jenen, die sich mit den Werten der Kunst und der Menschlichkeit identifizieren“. Weiter äußerte er sich nicht, Interviews mit ausländischen Medien sind ihm untersagt: „Ich darf nicht so viel reden.“ Chinas Außenministerium kritisierte, das Votum für Ai Weiwei basiere auf „politischen Vorurteilen“. Auch zur Berliner Ausstellung seiner New-York-Fotos, die am Freitag im Gropius-Bau eröffnet wird, kann Ai Weiwei nicht anreisen. Er wird sich in einer Video-Botschaft äußern. Tsp/dpa

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