Akademie der Künste : Monsterhagel

„Ich fand das gleich ’ne Superidee, dass sich die Akademie der Künste mal aus ihren zwei elitären Tempeln rausbewegt,“ sagt Ulrich Matthes. Der Berliner Schauspieler erntet während des Akademie-Gesprächs „Kunst für Kinder!“ viel Applaus.

Annabelle Seubert

Diskutiert wird, wie Kinder und Jugendliche künstlerisch gefördert werden können – und wie die Akademie dazu beitragen kann. „Wir machen Lust auf Kunst“, sagt jedenfalls Präsident Klaus Staeck. „Und irgendwie auch auf Demokratie.“

Das Projekt, das Staeck 2006 ins Leben rief, heißt „Kunstwelten“. Eine gute Sache: Stipendiaten und Mitglieder der Institution reisen in ländliche, bisher ostdeutsche Gegenden, um dort mit Schülern Filme zu entwickeln, Gedichte zu schreiben, Theateraufführungen zu stemmen. Erziehungswissenschaftler Klaus Hurrelmann befürwortet vor allem, dass dabei die „klebrige, ausgedürrte Sprache“ vieler Jugendlicher trainiert wird. Kostproben gibt’s zuhauf: Im Foyer der Akademie der Künste am Pariser Platz hängt seitenweise Teenie-Poesie. In einem Dokumentarfilm erzählen Jugendliche vom Alltag in einer Vorstadt von Bitterfeld. Und ein Vierminüter zeigt die zauberhaft animierten Gedanken einer vierten Klasse: Da hagelt es Prinzessinnen, Monster und Geburtstage. „Natürlich verabreichen wir homöopathische Dosen“, sagt Matthes, der selbst schon Kunstprojekte leitete. „Aber wenn wir zwei Minuten Selbstbewusstsein vermitteln, lohnt sich das Ganze schon.“ Annabelle Seubert

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