Kultur : Akademie kauft Nachlass von George /Drews

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Die Berliner Akademie der Künste hat den Nachlass von Heinrich George (1893 - 1946) erworben, einem der umstrittensten Akteure der deutschen Filmgeschichte. Der Nachlass umfasst auf 18 laufenden Regalmetern neben Dreh- und Textbüchern auch die umfangreiche Korrespondenz des Schauspielers. Unter den Adressaten finden sich Gerhart Hauptmann, Gustav Gründgens, Zarah Leander, Max Beckmann, Asta Nielsen und Emil Jannings. Auch die Urkunde, mit der die russische Regierung George 1998 posthum rehabilitierte, wechselte ihren Besitzer. Über die Höhe des Kaufpreises, der an Georges Söhne gezahlt wurde, gab die Akademie keine Auskunft.

George war in der NS-Zeit Intendant des SchillerTheaters und trat im antisemitischen Hetzfilm „Jud Süß“ auf. In der Weimarer Republik hatte sich der Vater von Götz George als Interpret sozialrevolutionärer Bühnenrollen profiliert; im Kino spielte er den Arbeiterführer in Fritz Langs „Metropolis“ und die Hauptrolle in „Berlin – Alexanderplatz“. Bei Kriegsende von den Sowjets inhaftiert, starb er 1946 im Internierungslager Sachsenhausen. Daneben hat die Akademie auch den Nachlass der Schauspielerin Berta Drews (1901 - 1987) erworben, mit der George seit 1932 verheiratet war. Dazu gehören Korrespondenzen mit Beckett, Brandt und Hildegard Knef sowie Materialien zu Drews George-Biografie. kjs

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