Kultur : Akademie-Neubau: Keine Sorge um den Hanseatenweg

Bernhard Schulz

Kurz vor der für den morgigen Dienstag angesetzten Jahrespressekonferenz der Berliner Akademie der Künste ist das Gerücht wiederbelebt worden, das Land Berlin erwäge, nach der Fertigstellung des Akademie-Neubaus am Pariser Platz im kommenden Jahr deren Altbau im Hansaviertel anderweitig zu nutzen. Neue Nahrung erhielt dieses Gerücht durch die in einem Artikel der "FAZ" vorgenommene Verknüpfung mit einer (älteren) Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus, in der Klaus Uwe Benneter (SPD) unter anderem wissen wollte, was aus dem Haus am Hanseatenweg werden soll.

Dazu hat sich nun die Akademie geäußert; aus der Luft gegriffen sind jedenfalls die Spekulationen um eine anderweitige Nutzung des Tiergartener Gebäudes. Akademie-Präsident György Konrád erklärte gestern gegenüber dem Tagesspiegel, er sehe "keinen Grund zur Beunruhigung. Der Hanseatenweg ist Eigentum der Akademie." In der Tat ist das 1960 eingeweihte Gebäude eine Stiftung des Deutschamerikaners Henry H. Reichhold, der die gesamten Baukosten übernahm und das fertige Bauwerk der Akademie zum Geschenk machte. Eine anderweitige Verfügung, so auch Präsidialsekretär Hans Gerhard Hannesen, ist durch den Stiftungszweck ausgeschlossen. Das Land Berlin, so Konrád weiter, "könnte nur den Pariser Platz 4 verkaufen, und das wäre ein Skandal. Uns wurde versprochen, dass wir künftig beide Häuser bespielen können. Wenn dafür nicht genug Geld da wäre, müsste man das Haus am Pariser Platz fertig bauen und dann leer stehen lassen."

In ihrer Antwort an das Abgeordnetenhaus hatte die Akademie im Herbst ausgeführt, dass der kleiner als zunächst geplant ausfallende Neubau "durch seine herausgehobene Lage repräsentativen Charakter" haben werde. Der Bau am Hanseatenweg hingegen werde eher "Werkstattcharakter" tragen und für große Ausstellungen und Publikumsveranstaltungen sowie für Künstlerwohnungen zur Verfügung stehen.

Nicht gesichert ist derzeit die Finanzierung der Aktivitäten in Höhe des von der Akademie angemeldeten Bedarfs. Sponsoren sind erwünscht. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich die Akademie im vergangenen Jahr einen hochkarätig besetzten "Freundeskreis" geschaffen.

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