Akademie-Programm 2007 : Kempowski, Chéreau, Schlingensief

Mit sieben großen Ausstellungsprojekten, drei Festivals und mehr als 200 Einzelveranstaltungen will die Berliner Akademie der Künste im neuen Jahr Flagge zeigen.

Berlin - "Nach den Verwerfungen der letzten Zeit haben wir unser Innenleben neu organisiert und können uns jetzt mit voller Kraft auf unsere künstlerische Arbeit konzentrieren", betonte Akademiepräsident Klaus Staeck auf der Jahrespressekonferenz der Akademie. "Wir mischen uns wieder ein, so wie es die Öffentlichkeit, die Politik und das Gesetz von uns erwarten."

Im Mittelpunkt 2007 stehen Künstler, Schriftsteller und Regisseure wie Christoph Schlingensief, Walter Kempowski, Peter Zadek und Patrice Chéreau. Den Auftakt macht bereits an diesem Montag am Pariser Platz der Regisseur Christoph Schlingensief mit einer aktuellen, auf mehrere Abende angesetzten Wiederbelebung seiner Fernsehtalkshow "Talk 2000" mit Künstler und Politikern.

"Lange Nächte" im Januar, Mai und Juni

Zum ersten Todestag des Multimediakünstlers Name June Paik, eines Pioniers der Videokunst, gibt es am 29. Januar eine "Lange Nacht" am Pariser Platz. Ähnliche Abende sind auch zum 50. Todestag von Alfred Döblin (am 13. Mai) und in Erinnerung an die 1996 gestorbene Regisseurin Ruth Berghaus am 30. Juni geplant.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) eröffnet am 22. Februar die Ausstellung "Raum - Orte der Kunst" mit internationalen Leihgaben mit Werken von Mondrian bis Giacometti. Bundespräsident Horst Köhler eröffnet am 19. Mai eine Ausstellung über Leben und Werk des 77- jährigen Schriftstellers Walter Kempowski ("Echolot"), der sein Archiv der Akademie übergeben hat. Vom 25. Februar bis 11. März wird der französische Theater- und Filmregisseur Patrice Chéreau mit einer Werkschau vorgestellt, zu der er auch nach Berlin kommt.

"Die Stadt von morgen"

Ab 16. Mai will die Akademie unter dem Motto "Die Stadt von morgen" an die Berliner Interbau-Ausstellung 1957 erinnern, in deren Rahmen das Hansaviertel von internationalen Architekten errichtet wurde. Dort steht auch der Nachkriegsneubau der West-Berliner Akademie. Am 24. August öffnet in der Akademie am Pariser Platz eine große Ausstellung zu Leben und Werk des Theaterregisseurs Peter Zadek, der 2006 seinen 80. Geburtstag feierte.

Als einen "Eckpfeiler der Akademie" würdigte Staeck das Archiv mit zahlreichen Künstlernachlässen. Laut Archivdirektor Wolfgang Trautwein war 2006 mit 45 neuen Einzelarchiven und 76 Erweiterungen das mit Abstand erfolgreichste Jahr des Archivs in seiner Geschichte.

Das Verhältnis zu Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bezeichnete Akademiepräsident Staeck als gut. Die vom Bund getragene Akademie erhält einen jährlichen Bundeszuschuss in Höhe von 17,7 Millionen Euro, wovon 47 Prozent auf Personalkosten und zehn Prozent auf die Programme entfallen. (tso/dpa)

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