AKROBATIK UND TANZ„Galumpha“ aus New York : Die Spielwütigen

Ulrich Amling

Was diese drei Herren eigentlich machen, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Und auch ihr Gruppenname „Galumpha“ fordert Interpreten zum Knobeln heraus. Verbirgt sich dahinter eine Wortschöpfung von Lewis Carroll (Autor von „Alice im Wunderland“), zusammengesetzt aus „Triumph“ und „galoppieren“, also eine eigenwillige Fortbewegungsart? Oder bezeichnet „galumphing“ jene elementare Spielwut, die sich zielstrebigem Handeln durchaus zu widersetzen weiß?

Das passt alles zu dem, was Greg O’Brien, Andy Horwitz und Marlon Torres kraft ihrer Körper auf die Bühne wuchten. Das New Yorker Trio gastiert mit seiner wunderbar versponnenen Mischung aus Tanz und Akrobatik im Sommerprogramm der Ufa-Fabrik. Und sorgt für noch mehr Schweiß auf der Stirn. Denn was „Galumpha“ als Experimente in „Human Architecture“ begreift, stellt unsere Vorstellungen von Statik und Schwerkraft auf den Kopf. Ihre Miniaturnummern in der Länge einer Single rissen David Letterman und das Publikum des Edinburgh-Festivals zu Ovationen hin.

Dabei geht des den drei ausgebildeten Tänzern nicht um eine glatte Inszenierung körperlicher Perfektion. Im Gegenteil. Keine gelackte Oberfläche versiegelt die Show von „Galumpha“, die ganz beiläufig und augenzwinkernd in Staunen versetzt. Ein poetischer Slapstick folgt auf die lässige Persiflage von Stepshows, und in der Nummer „Rachmaninov“wird en miniature die ganze Heiligkeit des Kulturbetriebs ad absurdum geführt. Bei „Galumpha“ kann man der Energie beim Fließen zusehen. Sackgassen erhöhen den Spaßfaktor. Ulrich Amling

Ufa-Fabrik, Do/Fr 19./20.7., 20.30 Uhr,

14 €, erm. 12 € DN520

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