Kultur : Alec Guinness: Der Subtile: Freunde und Kollegen rühmen den Schauspieler

Hendrik Bebber

"Er war einer der größten Bühnen- und Filmdarsteller. Von ihm habe ich mehr über die Schauspielkunst gelernt, als von allen Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe", beklagt der britische Regisseur Ronald Neame den Tod seines Freundes Sir Alec Guinness. Die sechs Dickens-Verfilmungen, die er mit ihm als Hauptdarsteller gemacht hat, seien die "Krönung meines Lebens. Er war ein begnadetes Chamäleon und nahm den Charakter jeder Rolle an, die er spielte."

Im Nachruf des liberalen "Guardian" sind "die vielen Rollen, die er in seinem Leben ausfüllte, von der Weisheit eines tragischen Clowns getragen". Sir John Mills, der letzte der großen alten "Schauspielritter", der nach dem Tode von Laurence Olivier, Ralph Richardson, John Gielgud und nun von Alec Guinness noch lebt, erinnert sich an "die große Kunst" seines Freundes, "die sich hinter großer Bescheidenheit verbarg. Er war so scheu und zurückhaltend, dass er mir selbst seine schwere Krankheit verbarg. Er wollte davon ebenso wenig sprechen, wie von seinen großen Triumphen nach einem Film oder einer Theateraufführung."

"Er war der Schauspieler für einen neuen Theaterstil: subtil und schnörkellos", lobt der Kritiker Tom Sutcliffe im "Guardian" den "bekanntesten und geliebtesten englischen Schauspieler des 20. Jahrhunderts". Ein Akteur, der einen untrüglichen Instinkt für den idealen Ton, den richtigen Moment und kluge Rollenführung hatte. George Lucas, der Alec Guinness durch den "Krieg der Sterne" bei neuen Generationen zu einer Kultfigur machte, schätzt sich glücklich, dass er für die Rolle des "Obi-Wan Kenobi" den idealen Schauspieler fand. "Ich suchte nach jemanden, der der Rolle Autorität verleit. Jemand, der stark und zugleich einfühlsam ist - und das vermochte allein Alec als Mensch und Schauspieler zu leisten."

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