Algiers, Vince Staples, TLC und Le Vent : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Popkritiker/-innen in der Radio-eins-Sendung „Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Algiers, Vince Staples, TLC und Le Vent.

Sehen ruhig aus, klingen aber wie im Fieberwahn: Die Jungs von Algiers. Foto: Matador Records
Sehen ruhig aus, klingen aber wie im Fieberwahn: Die Jungs von Algiers.Foto: Matador Records

Algiers: The Underside Of Power (Matador/Beggars)

Wenn Screaming Jay Hawkins bei Birthday Party gesungen und sich die politische Agenda von Sly & The Family Stone zu eigen gemacht hätte, wäre dabei unter Umständen eine auf ähnliche Weise mitreißende Southern-Gothic-Revolutionsmusik herausgekommen, wie sie die Band Algiers seit einigen Jahren macht. Das zweite Album „The Underside Of Power“: Hypnotischer Noise-Agitprop im Fieberwahn. Torsten Groß, Moderator

Vince Staples: Big Fish Theory (Def Jam/Universal)

Das ist Hip-Hop für Leute, denen Hip-Hop oft zu reaktionär ist und Elektro für Leute, denen Elektro oft zu simpel ist. Vince Staples stammt aus Long Beach, Kalifornien. Sein zweites Album ist ein Arthouse-Blockbuster voller schöner Schnitte, exzellenter Dialoge, dramaturgischer Kniffe und prominenter Gastauftritte von Damon Albarn oder Kendrick Lamar. Wird ein Klassiker werden. Laura Ewert, Kulturjournalistin

TLC: TLC (Starwatch/Groove Attack)

TLC, das war Kreole zur Latzhose und Honiggesang zur Hi-Hat – und heute, da ist es das immer noch. Die Ästhetik der Neunziger ist wieder en vogue, was würde da besser passen als die Neuauflage des R ’n’ Bs von damals? Zitat und Zeitgeist lutschen in zwölf Tracks aneinander herum. Chilli und T-Boz singen so einfache wie wunderbare Social-Media-Hymnen: „Perfect girls aren’t real“ und „Wooah, woah/Don’t you ever change/ Haters gonna hate.“ Julia Friese, Kulturjournalistin

Le Vent: Le Vent (a recordings ltd)

Einige der gelehrigsten Schüler der New Yorker E-Gitarren-Philosophen Sonic Youth leben in Berlin. Sie haben bei 18th Dye und Wuhling gespielt und machen unter neuem Namen weiter: stoischen, schnarrenden, stolzen Noiserock, der wehtun soll. Weil die Welt schmerzt. Christian Schröder, Tagesspiegel

0 Kommentare

Neuester Kommentar