Kultur : All That Jazz

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Christian Broecking wagt

einen Blick auf den Festival-Sommer

Das Haus der Kulturen der Welt hat den Jazz verbannt. Von „Jazz Arcoss The Border“ redet man nicht mehr. Und Stanley Crouch hat recht, wenn er den Jazzfestivals vorwirft, sie würden von brasilianischem Folk bis zu afrikanischen Tanzgangs alles anbieten , was gerade noch Hype, aber eben noch nicht Pop ist. Nur umgekehrt läuft das nicht so. Da bleibt der Jazz oft außen vor. So hat sich der Sommerjazzmittelpunkt vom Tiergarten sukzessive Richtung Mitte verschoben. Nachdem auch das Quasimodo auf seine „Jazz in July“-Reihe verzichtet, - immerhin noch Don Byron (11.7.) und Marcus Miller (9.+10.7) stehen auf dem Programm -, kündigt der Tränenpalast große Dinge an: ein Top Line Up, wie es diese Stadt so gebündelt lange nicht erlebt hat. Vom Gotan Project (11.6.) über Miriam Makeba (14.6.) zu Thomaz Stanko (20.6.), Charles Gayle (24.6.), Charles Lloyd (8.7.) und Los Van Van (11.7.), das ist ein guter Querschnitt durch das diesjährige Festivalangebot und eine erweiterte Ausgabe des Blue Nites-Festivals. Im Vorprogramm tritt noch jeweils eine Berliner Band auf. Dass es dem Tränenpalast gelang, die beste und eigenwilligste Jazzband, die es heute gibt, nach langer Berlin-Abstinenz für ein Konzert zu gewinnen, ist in der Tat vielversprechend: Oregon spielt am 7. 7.

Auf der Museumsinsel ist neben Cassandra Wilson (16.7.) auch Erykah Badu (8.7) angekündigt. Die schwärmt besonders von Macy Gray, die heute in der Waldbühne im Vorprogramm von Lenny Kravitz singt (18 Uhr 30). Und vielleicht wird Gray von Cindy Blackman, Schlagzeugerin in der Kravitz-Band, ja später noch auf einen Drink ins A-Trane geschleppt.

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