Kultur : All That Jazz

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Christian Broecking hofft auf bessere Zeiten für den nächsten Jazzsommer

Vom Berliner Jazzkonzertsommer blieb in diesem Jahr eigentlich nur die Reihe, die der Tränenpalast in den vergangenen fünf Wochen veranstaltet hat. Mit nennenswerten 80.000 Euro subventioniert und einem ansehnlichen Sponsoren-Line-Up ausgestattet, war das Programm mit guten n bestückt. Unterm Strich, so heißt es, bleibt jedoch nichts über, und das, obwohl das Publikum kam. Trotzdem hofft man, dass die Mühe, ein neues subventioniertes Sommerfestival in dieser Stadt zu installieren, mit Fortsetzung belohnt wird. Und dass die Einsicht kommt, den Subventionskuchen nicht zu verkrümeln: Wer nur Peanuts vergeben kann, bleibt halt unter sich. Deshalb spielen die besten Musiker in Montreux und nicht in Berlin. Das muss sich ändern!

Dass ausgerechnet in Berlin sich gerade eine andere Hoffnung verabschiedet hat, ist da eher ein Anlass zur Trauer. Bei ihrem Konzert im Tränenpalast hielten die 40 Gäste kaum bis zur Halbzeit durch: Bill Ware´s Vibes verbreiteten nur musikalische Langeweile und der einstige Superstar der Knitting Factory, der Saxofonist und Pianist Charles Gayle, scheuchte das enttäuschte Publikum mit einem schockierenden Mangel an Ideen und Inspiration aus dem Saal.

Auf die Kreativkraft der Endsechziger bezieht sich das Conny Bauer-Peter Brötzmann Duo. Die Frage nach der Essenz des europäischen Jazz schien doch gerade in diesem Fall klar beantwortet, da wirft der große polnische Jazz-Trompeter Tomasz Stanko wieder alles auf den Haufen der Jazz-Geschichte und sagt, dass Brötzmanns Spiel doch eigentlich direkt von John Coltrane kommt. Das Konzert im b-flat beginnt morgen um 21 Uhr.

Etwas für den Balkon ist die Dokumentation über das Pariser Jazzfestival La Vilette 1999, die Arte am Dienstag um 23 Uhr zeigt. Da gibt es dann noch mal das unersetzbare Art Ensemble of Chicago mit Lester Bowie zu sehen und ein Impro-Orchester mit 32 Musikern unter Leitung von Steve Coleman und Sam Rivers.

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