Kultur : All That Jazz

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Christian Broecking will Leckereien nicht nur für die Ohren

Das Event der Woche könnte sich nachhaltig auf den Jazz in Berlin auswirken, denn eine ganz neue Präsentation von Live-Jazz steht dieser Stadt bevor. Mit viel Glück und Publikum sollte das neue Konzept von Sedal Sardan auch aufgehen. Zu wünschen wäre es dem A-Trane-Macher, der am Freitag auch bereits das zehnjährige Jubiläum seines Charlottenburger Clubs feiert. Doch die Problemlage bei Jazzveranstaltern ist eigentlich immer dieselbe. Kurz: Finanziell reicht es hinten und vorne nicht, und wäre die Liebe zur Musik nicht größer als die Angst vor dem finanziellen Risiko – dann gäbe es wohl nur noch das JazzFest und subventionierte Mauerblümchen. Auch als Sedal Sardan vor fünf Jahren das A-Trane übernahm, war noch völlig unklar, wie sich der Laden entwickeln würde. Noch fehlte Atmosphäre und Vibe.

Doch Sardan schaffte beides, und sein Gespür für das Publikum, ohne das ein Jazzclub eben nichts ist, ermutigte ihn jetzt sogar, eine weitere Lokalität zu eröffnen. Das Soultrane im Stilwerk an der Kantstrasse setzt auf ein Konzept, das der jazzerfahrene New York-Tourist vom Blue-Note-Club her kennt: Jazz & Dining. Ob nun ein Erbsen-Minzcremesüppchen mit Flusskrebsen als Auftakt oder ein mit Mango gefüllter Steinbutt als Hauptgang - vor dem Jazz kommt das Essen. Und wer nur das Konzert des Abends hören will, kommt einfach entsprechend später. A la Carte gibt es ab 20 Uhr, Fingerfood während der Konzerte dann nach 22 Uhr. Los geht’s am Freitag mit einem Grand Opening um 20 Uhr, am Samstag ist dann die offizielle Eröffnung mit der Till Brönner-Group. Konzertbeginn ist so gegen 22 Uhr. Neben vielen lokalen Acts und einer eigenen Soultrane-Hausband sind auch Konzerte mit Pharoah Sanders (23.10.), Joe Lovano (29.+30.11.) und Brad Mehldau (März 2003) bereits fest gebucht.

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