Kultur : All That Jazz

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Christian Broecking über

das langsame Verstummen der Echsen

Für den November 1999 waren in der New Yorker Knitting Factory Jubiläumskonzerte zum 20-jährigen Bestehen der Lounge Lizards geplant. Doch Bandleader John Lurie konnte sich mit KF-Chef Michael Dorf nicht über die Gage einigen, und so ging eine schwierige, aber über Jahre fruchtbare Beziehung in die Brüche. Die Knitting Factory war mit Bands wie den Lounge Lizards weltberühmt geworden. Doch auch Festivalmacher George Wein machte eine entmutigende Erfahrung. Ein bereits vereinbarter Auftritt wurde von Lurie in letzter Minute abgesagt.

Während Lurie also bestenfalls noch durch Absagen präsent ist, glänzen seine Kollegen mit eigenen Projekten. Allen voran der Trompeter Steven Bernstein mit Sex Mob und Michael Blake mit seiner Drift-Band, bei der Bernstein gelegentlich auch mitspielt.

Vor zwölf Jahren wurde der Saxofonist Michael Blake von Lurie für die Lizards engagiert und initiierte nebenbei allerhand eigene Projekte im Umfeld der Knitting Factory. 1995 komponierte er den Soundtrack für „Get Shorty“, und spätestens mit seiner CD „Kingdom Of Champa“ (1997) knüpfte er an die Hip-Groove-Melange der Lounge Lizards an, die als Recording Band immer mehr verstummten. Mit einem Titel wie „Afro Blake“ schrieb Blake ein Tribut an Fela Kutis Afro Pop Groove, dessen New Yorker Downtown-Pendant die Lizards einst waren. Blakes Music schwebt zwischen Ethno, Ballade, Klischee und Street Beats. Mittendrin sozusagen. Seine Band „Blake Tartare“ entstand in New York als Verschmelzung mit dem Trio des jungen dänischen Schlagzeugers Kresten Osgood. Der gilt als der Newcomer der dänischen Szene, dieses Jahr verbrachte er die meiste Zeit in New York und spielte mit den Big Names. Morgen spielt Michael Blake mit Blake Tartare im RAW- Ambulatorium (Beginn 21 Uhr).

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