Kultur : Alle Achtung

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Der Berliner Mozart-Chor ist alt und doch ganz jung, wie geht das? Ganz einfach: Er wurde 1922 gegründet, um junge Sänger zu begeistern, und probt seither mit Kindern und Jugendlichen. Da lohnt sich zur Feier seines 80-jährigen Bestehens ein großer, etwas monumental geratener Querschnitt durch die Arbeit. Mit seiner Leiterin Sabine Fenske bot der Jugendchor nun im Kammermusiksaal nicht weniger als 27 Stücke!

In drei Programmblöcken tritt der Mozart-Chor selbst auf, das erste Mal mit fünf großen Motetten von Schütz, die er wie alle weiteren Stücke textverständlich und mit beeindruckendem Klangvolumen vorstellt, das zweite Mal mit Volksliedbearbeitungen. Diese witzig arrangierten Stücke jüngeren Datums liegen dem Chor noch besser, die Akteure wirken hier sicherer und zugleich lockerer.

Außerdem tragen die Ehemaligen unter ihrem früheren Leiter Reinhard Stollreiter Lieblingslieder aus ihrer Zeit im Chor vor, und die Zukünftigen des Mozart-Kinderchors bieten Volkslieder unter Marianne Günthers Anleitung – mit hörbar viel Spaß und Rhythmusgefühl.

Pause? Nein, erst noch schnell drei Mörike-Lieder von Wolf von Ulrike Bartsch gesungen, einfühlsam von Fenske begleitet, und – Mozart-Chor zum dritten Mal – drei etwas zaghaft interpretierte Vertonungen derselben Texte von Hugo Distler. Und nach der Pause geht’s dann erst richtig los: Da gibt es eine heitere Mozart-Arie mit dem Bassisten Volker Schwarz zu den Klängen des schlanken Mozartinum-Orchesters und, zur schwungvollen Krönung des Abends, noch Mozarts als „Spatzenmesse“ bekannte Missa brevis, KV 220.

Von den vier Solisten der Messe sei Sarah Buder-Lind hervorgehoben. Ihr akkurat geführter Sopran schwebte über dem Klangfest in lichten Höhen. Achtzig Jahre und ein solches Konzert sind Anlass genug, um anschließend bei Schmalzstulle und Sekt ausgiebig zu feiern. Felix Losert

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