Kultur : Allegro assai

Die deutsche Orchestervereinigung blickt entschlossen in die Zukunft

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Die Zahl der fest angestellten Profimusiker in deutschen Orchestern ist in den vergangenen 24 Monaten um 120 Planstellen auf 10325 Instrumentalisten gesunken. Bei einer Pressekonferenz der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) erklärte Geschäftsführer Gerald Mertens am Dienstag in Berlin, diese Zahl lasse sich in zwei Richtungen deuten: Einerseits seien im Vergleichszeitraum 2000 bis 2002 bundesweit wesentlich mehr Stellen gestrichen worden – nämlich 394 –, andererseits führe auch der moderatere Abbau zu Orchesterschließungen. In Zeitz und Prenzlau werden die örtlichen Ensembles komplett geschlossen, in der Hauptstadt stehen die Berliner Symphoniker auf der Abschussliste des Senats, in München sind die dortigen Symphoniker aufgrund von Zuschusskürzungen gefährdet.

Doch Mertens hatte auch Positives zu vermelden: Obwohl in den letzten Jahren im Zusammenhang mit staatlichen Kultureinrichtungen viel mehr über Geld als über Kunst geredet wird, konnten die Orchester dennoch gegen den Trend einen Besucherzuwachs von durchschnittlich 3,9 Prozent verzeichnen. Eine Umfrage der Orchestervereinigung in Zusammenarbeit mit dem „Verband deutscher Schulmusiker“ ergab, dass die Jugendarbeit von Profiorchestern vor allem in den alten Bundesländern oft noch „in den Kinderschuhen“ steckt. Hier will sich die DOV künftig intensiv als Vermittler zwischen interessierten Lehrern und Institutionen engagieren. F.H.

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