Alles easy : Rapper Cro gibt sein Album-Debüt

09.07.2012 14:47 Uhrvon
  • NAME: Cro  MUSIK: Hiphop  MASKE: Pandakopf mit aufgemaltem Kreuz zwischen den Augen. GESCHICHTE: Schafft es im März mit dem Lied „Easy“ in die Charts. Jan Delay hält ihn für die Zukunft des Deutschrap. Cro sagt, er habe Angst vor Fanansturm im Supermarkt und dem Moment, die Maske abzulegen. Möchte sich darüber gern mit Sido beraten. GESICHT GEZEIGT? Der Blog „Das Ding“ hat ein altes Foto gefunden und veröffentlicht. Cro heißt bürgerlich Carlo und sieht aus wie eine Mischung aus Mats Hummels und dem jungen Che Guevara. Foto: dapd
    NAME: Cro MUSIK: Hiphop MASKE: Pandakopf mit aufgemaltem Kreuz zwischen den Augen. GESCHICHTE: Schafft es im März mit dem Lied „Easy“ in die Charts. Jan Delay hält ihn für die... - Foto: dapd
  • NAME: Daft Punk  MUSIK: House  MASKEN: Roboterhelme mit Leuchtdioden.  GESCHICHTE: Die Franzosen wollen ihre Privatsphäre schützen, gerade seit dem 2000er Hit „One more time“. Die Masken fertigt die kalifornische Firma LED Effects für 14 000 Dollar pro Stück an, dafür verwendet sie umgebaute Motorradhelme und Computerzubehör. Fans können sich im Einzelfall die Masken nachbauen lassen – falls sie die Erlaubnis der Band bekommen.  GESICHT GEZEIGT? Einzelne private Fotos finden sich im Internet. Foto: Label
    NAME: Daft Punk MUSIK: House MASKEN: Roboterhelme mit Leuchtdioden. GESCHICHTE: Die Franzosen wollen ihre Privatsphäre schützen, gerade seit dem 2000er Hit „One more time“. Die... - Foto: Label
  • NAME: Pussy Riot  MUSIK: Feministischer Punk, laut und schrill.  MASKEN: Grüne Strickmützen in Topflappendesign, schwarze Hasskappen aus Nylon, gelbe Häkelhauben mit Bommel und Blumenapplikation.  GESCHICHTE: Die Band tritt unangekündigt in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale auf. Ihr Lied „Gottesmutter, gesegnete Jungfrau: Vertreibe Putin“ empört Kirche und Staatschef. Es gibt eine Anzeige wegen „Rowdytums“, nun drohen schlimmstenfalls sieben Jahre Haft. GESICHT GEZEIGT? Notgedrungen. Vor russischen Gerichten sind Masken nicht erlaubt. Foto: public domain
    NAME: Pussy Riot MUSIK: Feministischer Punk, laut und schrill. MASKEN: Grüne Strickmützen in Topflappendesign, schwarze Hasskappen aus Nylon, gelbe Häkelhauben mit Bommel und... - Foto: public domain

Stuttgart ist wieder auf der deutschen Hip-Hop-Landkarte. Dafür sorgt 20 Jahre nach "Die Da!" von den Fantastischen Vier ein junger Schwabe, der sich Cro nennt und eine Pandamaske trägt.

Er hat im Netz bereits für so viel Wirbel gesorgt, dass sein schwarz-weißes Fell nun auf Magazincovern glänzt und sich eine Reihe großer Plattenbosse über die Abfuhr ärgert, die er ihnen trotz hoch dotierter Angebote gegeben hat.

Auslöser der Aufregung ist ein einziger Song. Er heißt „Easy“, basiert auf einem smarten Sample von Bobby Hebbs „Sunny“ und ist ein absoluter Ohrwurm. In den Singlecharts stieg er auf Platz zwei ein, das Video wurde auf Youtube knapp 22 Millionen Mal angeklickt. Auch Jan Delay war begeistert und bezeichnete Cro als „die Zukunft des deutschen Hip-Hop“. Für dieses Lob bedankte sich der Newcomer auf ungewöhnliche Weise: Er schenkte dem Hamburger Näselsänger die Goldene Schallplatte, die ihm für „Easy“ verliehen worden war.

Dass in dem Mann mit der Maske mehr steckt als dieser eine Geniestreich, deuteten schon die Mixtapes an, die er 2011 auf seine Website gestellt hatte. Jetzt liefert er mit „Raop“ auch den Beweis in Albumform ab. Es ist kurzweilig, voller Hits, ein Gute-Laune-Macher. Schon die Mischung aus Lässigkeit und Angeberei, mit der er sich im knapp dreiminütigen „Intro“ vorstellt, ist große Klasse. Er kombiniert Kopfnicker-Beats mit einem sanften Drei-Akkord-Hook, gesungenen und gerappten Passagen. Und um gleich mal klarzumachen, dass er sein Geschäft versteht, haut er auch ein paar Zeilen in Doubletime raus, in zweifacher Geschwindigkeit.

Bildergalerie: Musiker mit Masken

„Raop“ bedeutet Rap plus Pop, womit das Konzept von Cro, der eigentlich Carlo Waibel heißt und sein Alter mit Anfang 20 angibt, treffend beschrieben ist. Der Popanteil drängt sogar in den Vordergrund, was vor allem an den radiotauglichen Refrains liegt. Die von einer hüpfenden Bassline und Achtziger-Synthies getragene Single „Du“ hat das Zeug zum Sommerhit. Dass von den Refrainzeilen nur die ersten zwei textlich etwas taugen, macht gar nichts, weil Cro sie wunderbar mitreißend vorträgt. Den Rest erledigt die Musik.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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