Alles easy : Rapper Cro gibt sein Album-Debüt
09.07.2012 14:47 UhrEr hat im Netz bereits für so viel Wirbel gesorgt, dass sein schwarz-weißes Fell nun auf Magazincovern glänzt und sich eine Reihe großer Plattenbosse über die Abfuhr ärgert, die er ihnen trotz hoch dotierter Angebote gegeben hat.
Auslöser der Aufregung ist ein einziger Song. Er heißt „Easy“, basiert auf einem smarten Sample von Bobby Hebbs „Sunny“ und ist ein absoluter Ohrwurm. In den Singlecharts stieg er auf Platz zwei ein, das Video wurde auf Youtube knapp 22 Millionen Mal angeklickt. Auch Jan Delay war begeistert und bezeichnete Cro als „die Zukunft des deutschen Hip-Hop“. Für dieses Lob bedankte sich der Newcomer auf ungewöhnliche Weise: Er schenkte dem Hamburger Näselsänger die Goldene Schallplatte, die ihm für „Easy“ verliehen worden war.
Dass in dem Mann mit der Maske mehr steckt als dieser eine Geniestreich, deuteten schon die Mixtapes an, die er 2011 auf seine Website gestellt hatte. Jetzt liefert er mit „Raop“ auch den Beweis in Albumform ab. Es ist kurzweilig, voller Hits, ein Gute-Laune-Macher. Schon die Mischung aus Lässigkeit und Angeberei, mit der er sich im knapp dreiminütigen „Intro“ vorstellt, ist große Klasse. Er kombiniert Kopfnicker-Beats mit einem sanften Drei-Akkord-Hook, gesungenen und gerappten Passagen. Und um gleich mal klarzumachen, dass er sein Geschäft versteht, haut er auch ein paar Zeilen in Doubletime raus, in zweifacher Geschwindigkeit.
Bildergalerie: Musiker mit Masken
Musik aus dem Maskenland(10 Bilder)
„Raop“ bedeutet Rap plus Pop, womit das Konzept von Cro, der eigentlich Carlo Waibel heißt und sein Alter mit Anfang 20 angibt, treffend beschrieben ist. Der Popanteil drängt sogar in den Vordergrund, was vor allem an den radiotauglichen Refrains liegt. Die von einer hüpfenden Bassline und Achtziger-Synthies getragene Single „Du“ hat das Zeug zum Sommerhit. Dass von den Refrainzeilen nur die ersten zwei textlich etwas taugen, macht gar nichts, weil Cro sie wunderbar mitreißend vorträgt. Den Rest erledigt die Musik.




















