Kultur : Amos Oz

Der israelische Schriftsteller Amos Oz macht für die gegenwärtige weltpolitische Krise den Fanatismus verantwortlich. Dabei gehe es nicht um "islamische Werte", sondern um den alten Kampf zwischen Fanatismus und Pragmatismus, sagte der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels auf dem Jahresempfang der Evangelischen Akademie Tutzing. Der Fanatismus sei älter als der Islam oder das Christentum, als irgendein Staat, ein politisches System, eine Ideologie, ein Glaube. Er beginne zu Hause, mit dem Drang, jemanden zu verändern, mit dem Drang, sich zu opfern. Ein Heilmittel für den Fanatismus sei der Humor. Er habe noch nie einen Fanatiker mit Sinn für Humor gesehen, sagte Oz. Auch wenn man den Fanatismus vielleicht nicht besiegen könne, könne man ihn doch zurückdrängen. "Die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, führt teilweise zur Heilung." Für den Konflikt im Nahen Osten sieht Oz nur eine Lösung. "Beide Völker wissen, dass es am Ende einen Kompromiss geben wird, eine Zweistaatenlösung - Israel neben Palästina."

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