Amy Winehouse ist tot : Pop-Sorgenkind stirbt mit 27 Jahren

23.07.2011 22:20 Uhrvon
  • Ihr Tod kam überraschend - und doch wieder auch nicht: Als die Soul-Diva vor einem Jahr tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde, waren Schock und Trauer groß. Die Untersuchungen später ergaben: Amy Winehouse starb an einer schweren Alkoholvergiftung. Sie soll über 4,1 Promille Alkohol im Blut gehabt haben. Foto: dpa
    Ihr Tod kam überraschend - und doch wieder auch nicht: Als die Soul-Diva vor einem Jahr tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde, waren Schock und Trauer groß. Die Untersuchungen... - Foto: dpa
  • Ein Jahr später ist sie immer noch im Gespräch. Die Sängerin, die schwer drogen- und alkoholsüchtig war, gehört zu den tragischen Gestalten des internationalen Showbusiness. Foto: dapd
    Ein Jahr später ist sie immer noch im Gespräch. Die Sängerin, die schwer drogen- und alkoholsüchtig war, gehört zu den tragischen Gestalten des internationalen Showbusiness. - Foto: dapd
  • Einer, der immer wieder für Gesprächsstoff sorgt, ist Amys Vater Mitch. Kürzlich brachte er die Biographie über seine Tochter heraus. Darin gibt er Amys Ehemann Blake Fielder-Civil die Schuld an dem Absturz. Fielder-Civil soll Amy zum Konsum harter Drogen verführt haben. Winehouse machte mehrere Entziehungskuren - brach sie aber immer ab. Zum Zeitpunkt ihres Todes soll Winehouse aber seit Jahren "clean" gewesen sein, so der Vater. Foto: dpa
    Einer, der immer wieder für Gesprächsstoff sorgt, ist Amys Vater Mitch. Kürzlich brachte er die Biographie über seine Tochter heraus. Darin gibt er Amys Ehemann Blake Fielder-Civil... - Foto: dpa

Amy Winehouse ist tot. Die große Soulsängerin starb in London mit 27 Jahren – genau wie Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain.

Hat man es kommen sehen? Oder hatte man sich an die Bilder und Nachrichten schon so gewöhnt, dass man hoffte, es würde irgendwie alles gut gehen? Erst vor knapp einem Monat ist es wieder passiert, bei einem Konzert in Belgrad vor 20 000 Zuschauern. Amy Winehouse wirkt von Anfang an neben der Spur, ist mutmaßlich abgefüllt mit Hochprozentigem. Sie trifft die Töne kaum, singt am Rhythmus ihrer Begleiter vorbei, an deren Namen sie sich bei der Bandvorstellung ebenso wenig erinnern kann wie an den Namen der Stadt, in der sie gerade auftritt. Gnadenlos ausgebuht, kurz vor dem Zusammenbruch, muss sie nach knapp über einer Stunde von Ordnern von der Bühne geführt werden.

Alle weiteren Termine ihrer Europatournee werden abgesagt. Nicht das erste Mal in der langen, an spektakulären und traurigen Abstürzen reichen Skandalchronik der britischen Soul-Sängerin. Aber das letzte Mal: Am Samstag ist Amy Winehouse unter bislang noch ungeklärten Umständen gestorben.

In den wenigen Jahren ihrer Karriere wurde Amy Winehouse zur größten Soul-Sängerin des 21. Jahrhunderts. Aufgewachsen in Southgate, einer einfachen Wohngegend im Norden Londons, kommt die Tochter eines jüdischen Taxifahrers und begeisterten Hobbytrompeters und einer Apothekerin früh mit Musik in Kontakt. Ihr älterer Bruder lässt sie auf seiner Gitarre herumschrammeln, ihre Großmutter fördert Amys Aufnahme in eine private Theaterschule, als sie neun ist. Mehrere, offenbar nicht immer freiwillige Schulwechsel deuten auf ein explosives Temperament schon im Teenageralter hin. Später studiert sie an der renommierten BRIT School for Performing Arts & Technology in London, einer staatlichen Kaderschmiede, wo im vergangenen Jahrzehnt fast die gesamte Elite junger britischer Popsängerinnen von Adele und Kate Nash bis Leona Lewis und Katie Melua irgendwann eingeschrieben war.

Amy Winehouse hat das Glück, dass ihr stimmliches Talent zwar früh genug, aber nicht zu früh entdeckt wird. Anders als etwa bei Joss Stone, die schon mit 16 ein gefeiertes Album aufgenommen hat, dessen Ruhm sie bis heute nachläuft. Amy Winehouse ist 20, als 2003 ihr Debüt „Frank“ erscheint, im selben Jahr wie das von Joss Stone, und es steht zunächst durchaus im Schatten der jüngeren Kollegin. „Frank“, aufgenommen mit dem Produzenten Salaam Remi, zu dessen bekanntesten Kunden die Hip-Hop-Stars The Fugees und Nas gehörten, ist ein Grower: eine zunächst unspektakuläre, gediegen instrumentierte, warm klingende Platte mit starkem Retro-Appeal, nicht unähnlich den Alben ihrer britischen Konkurrentin Macy Gray, aber geschmackvoller und in sich stimmiger. Eher Jazz als Soul, dabei aber so gut gesungen, dass Amy Winehouse schon bald mit einigen der ganz Großen des Genres verglichen wird: Sarah Vaughan oder Nina Simone werden als Referenzen genannt. In England verkauft sich die Platte fast eine Million mal.

Höhepunkt der Karriere: Das Album "Back to Black". Lesen Sie weiter auf Seite 2.

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