ANIMATIONSFILM„Die Croods“ : Hurra, die Welt geht unter

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Foto: Fox
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Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass sich unsere Vorfahren in prähistorischen Zeiten in Clans zusammentaten, die heutigen amerikanischen Familien erstaunlich ähnlich sehen. Aber spätestens seit den Feuersteins hat man sich an den Gedanken gewöhnt – und im Falle der Steinzeitfamilie Croods macht er auch noch ziemlich viel Spaß.

Macho-Papa mit eisernen Regeln („Neu ist immer schlecht. Hab nie keine Angst vor irgendwas!“), harmoniesüchtige Mama, kreuzbraver Sohnemann, plärrendes Baby, vergnügungssüchtig krückstockschwingende Schwiegermutter – und das Teenie-Girl Eep, das rauswill aus dem superlangweiligen Höhlenleben, das ist die Ausgangskonstellation. Wegen XXL-Säbelzahntigern, DinoStampeden und anderen horrenden Gefahren sind die Croods die Letzten ihrer Art, deshalb darf Eep so gut wie nie raus.

Zum Glück naht mittels gewaltiger Erdbeben das Ende der Welt. Außerdem taucht ein etwas höher entwickeltes Wesen auf, ein Junge namens Guy, der Überlebenstechniken wie Feuermachen und Handytelefonate (via Muschel) beherrscht. Guy trägt ein Faultier namens Klammer mit sich, das permanent freche Kommentare abgibt und mit seinen überlangen Armen für Guys Hose als Gürtel fungiert. Mithilfe von Guy und Klammer wagen sich die Croods raus ins wilde Leben, um ihr eigenes zu retten. Auf das Höhlengleichnis folgt ein psychedelisch-buntes Roadmovie lange vor Erfindung der Straße, ein Abenteuer-Action-Streifen mit Tempo, Witz und verblüffendem Monstergetier, von boxenden Pavianen bis zu purpurroten Vogeltornados.

In der Regie von Kirk DeMicco und Chris Sanders kann die 3-D-Dreamworks-Produktion (kann man sich getrost auch in 2-D anschauen) locker mit Animationsklassikern wie „Shrek“ oder dem thematisch verwandten „Ice Age“ konkurrieren, bieten „Die Crooks“ doch ebenfalls Witz für alle Generationen. Speziell für Erwachsene: die prominenten Synchronstimmen (Nicolas Cage, Catherine Keener, Emma Stone; auf Deutsch Uwe Ochsenknecht und Janine Reinhardt), dazu die Erkenntnis, dass Familienwerte ohne den guten alten amerikanischen Pioniergeist in Krisenzeiten einen Pfifferling wert sind. Irgendwann war immer das erste Mal, selbst bei Frauenbewegung und männlicher Midlifecrisis. Und dann ist da die köstliche Szene, in der Eep in Ekstase gerät, als Guy mal eben den Frauenschuh erfindet. Kurzweilig. Christiane Peitz

USA 2013, 99 Min., R: Kirk DeMicco,

Chris Sanders

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