Anna Amalia Bibliothek : Wiedereröffnung im Oktober

Drei Jahre nach dem schweren Brand wird die sanierte "Herzogin Anna Amalia Bibliothek" in Weimar am 24. Oktober mit einem Festakt wiedereröffnet.

Weimar - Bundespräsident Horst Köhler werde die Eröffnungsrede halten, sagte Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung zur Vorstellung der Projekte 2007. Das zum klassischen Weltkulturerbe Weimars gehörende Bibliotheksstammhaus ist nach dem verheerenden Feuer am 2. September 2004, bei dem auch 120.000 Bücher vernichtet oder beschädigt wurden, für knapp 12 Millionen Euro wieder hergestellt worden.

Anna Amalia, deren Todestag sich zum 200. Mal jährt, und ihrem Sohn und Goethe-Freund Carl August ist auch das größte Ausstellungsprojekt "Ereignis Weimar" im Stadtschloss gewidmet. Es öffnet am 1. April.

Besucherrückgang in Museen

Die Klassik Stiftung hat 2006 im Vergleich zum Vorjahr einen Besucherrückgang in den Museen um etwa 60.000 auf 617.000 hinnehmen müssen. Bestbesuchtes Haus mit 167.000 war wiederum das Goethehaus, gefolgt vom Schillerhaus mit 85.000, das jedoch im Vergleich zum Schiller-Jahr 2005 fast 50.000 weniger Besucher hatte. Bestbesuchte Ausstellung mit 28.000 Gästen war 2006 "Lyonel Feininger in Weimar". Zu der geringeren Resonanz in anderen Sonderschauen sagte Seemann, Weimar habe im Vergleich zu großen Städten wie Berlin Standortnachteile, müsse aber in etwa das gleiche Geld einsetzen. Deshalb müssten Marketing und Werbung verstärkt werden.

Als thematischen Schwerpunkt für 2008 nannte Seemann "Europa in Weimar", 2009 stehe unter dem Stichwort "Das Bauhaus klassisch". Verdeutlicht werden solle dabei der Anspruch Weimars auf das 1919 in Weimar gegründete Staatliche Bauhaus. "2009 wird kein Schiller-Jahr", sagte Seemann auf Nachfrage zu Plänen zum 250. Geburtstag des Weimarer Klassikers.

Stiftung setzt auf Partnerschaften

Noch Diskussionsbedarf bestehe zum Liegenschaftskonzept der Stiftung. Seemann setzt dabei weiter auf Konzentration der Museen und Gedenkstätten, die nationales Kulturerbe sind. "Wenn wir wollen, dass sich der Bund für das Stadtschloss als künftige Mitte der Stiftung engagiert, dann finde ich das legitim", sagte der Präsident. Die Stiftung setze deshalb auf Partnerschaften, die es ermöglichten, keines der Häuser wie die Goethe-Gedenkstätten im Thüringer Wald museologisch aufzugeben.

Der Stiftungsrat muss im Frühjahr auch über den Standort des Zentraldepots für die Kunstschätze entscheiden. Für den Bau werden etwa zehn Millionen Euro veranschlagt. Etwa zeitgleich bis 2010 soll auch das Goethe- und Schiller-Archiv saniert und restauriert werden, das wertvolle Handschriften wie Goethes "Faust" verwahrt. (tso/dpa)

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