Appell an Migranten : Fatih Akin: "Identifiziert euch mit diesem Land!"

Der Filmemacher Fatih Akin appelliert an junge Migranten, sich als Teil von Deutschland anzunehmen. "Es ist schon okay hier", sagte er dem "Zeit"-Magazin.

Fatih Akin, 42, wurde 1973 in Hamburg geboren. Seine Eltern kamen in den 60er Jahren aus der Türkei nach Deutschland.
Fatih Akin, 42, wurde 1973 in Hamburg geboren. Seine Eltern kamen in den 60er Jahren aus der Türkei nach Deutschland.Foto: dpa/Jörg Carstensen

Der Filmemacher Fatih Akin, dessen jüngste Regiearbeit "Tschick" im September ins Kino kommt, hat junge Migranten dazu aufgerufen, sich zu Deutschland zu bekennen. "Anderen Gastarbeiterkindern würde ich sagen: Ich bin vielleicht jetzt eure Zukunft, und ihr seid meine Vergangenheit. Aus der Zukunft heraus kann ich euch nur raten: Ey Leute, identifiziert euch mit diesem Land. Es ist schon okay hier", sagte der Regisseur im "Zeit"-Magazin.

Akin, heute 42, wurde 1973 in Hamburg geboren, seine Eltern kamen in den Sechzigerjahren nach Deutschland. Man solle nicht darauf warten, so Akin weiter, "dass der Weiße euch als Teil dieses Landes annimmt, nehmt euch selber als Teil dieses Landes an". Dabei müsse man die türkische, russische oder arabische Welt nicht aufgeben, man verrate damit nicht. Es sei die Angst, "die man loslassen muss, nicht die eigene Kultur. Die Angst, irgendetwas zu verlieren." Vieles könne nebeneinander existieren.

Früher hasste Akin die deutsche Fußballelf, heute fiebert er mit

Der Regisseur von Filmen wie "Gegen die Wand", "Soul Kitchen" und "The Cut", berichtet in dem Beitrag auch, dass er bis weit in die neunziger Jahre das deutsche Fußballteam gehasst habe. Heute fiebere er mit Jogi Löws Mannschaft mit. Dem jungen Fatih Akin würde er haute gern sagen: "Ey, du, irgendwann wirst du für Deutschland sein."

Er habe auch lange gebraucht, um sich von den Erwartungen seiner Eltern zu lösen, hatte Fatih Akin einmal bei einer Veranstaltung in seiner Geburtsstadt Hamburg gesagt. Der „Befreiungsschlag“ sei ihm erst durch seinen Film „Gegen die Wand“ gelungen.“ So hätten seine Eltern von ihm erwartet, eine Muslima zu heiraten. Akin mit einer Deutschmexikanerin verheiratet. Seine Verfilmung des Erfolgsromans von Wolfgang Herrndorf "Tschick" startet am 15. September. Tsp (mit dpa)

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