Kultur : Arbeitsmarkt: Auf die Vorschläge kommt es an

Antje Sirleschtov

Gerhard Schröders Arbeitsgruppe zur Reform des Arbeitsmarktes und der Bundesanstalt für Arbeit (BA) wird am morgigen Mittwoch zu einer ersten Sitzung zusammenkommen. Einen Namen hat sie schon: Hartz-Kommission wird die Runde der 15 Sachverständigen nach ihrem Vorsitzenden, dem VW-Personalchef Peter Hartz, genannt. Ihr Büro soll die Kommission im Berliner Arbeitsministerium bekommen und Mitte August ein Konzept vorlegen. Darin sollen Vorschläge nicht nur zum organisatorischen Umbau der Nürnberger BA gemacht werden. Auch für die Entschlackung der Arbeitsämter von sachfremden Aufgaben erwartet man Ideen. Und nicht zuletzt geht es in der Arbeit der Kommission darum, Eckpunkte für die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe vorzulegen - ein Reformprojekt, das der Kanzler für die kommende Wahlperiode versprochen hat.

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Umfrage: Sollen Arbeitsämter privatisiert werden? Wer allerdings erwartet, dass die Experten ein praxisreifes Programm entwickeln, wird enttäuscht sein. Denn die Ergebnisse der Debatte in der Hartz-Kommission werden noch diskutiert. Wie viel davon umgesetzt wird, bleibt offen. Neben dem Unternehmer Peter Hartz sind das die Personalvorstände von BASF, Eggert Voscherau, Daimler-Chrysler, Norbert Bensel, Deutsche Bank, Heinz Fischer und der Mittelstandsentsandte Hanns-Eberhard Schleyer (Handwerksverband). Die Gewerkschaften vertreten Isolde Kunkel-Weber (Verdi) und Peter Gasse (IG Metall). Wissenschaftlichen Input erwartet man von Werner Jann (Universität Potsdam) und Günther Schmid (Wissenschaftszentrum Berlin).

Von den Unternehmenberatern Jobst Fiedler (Roland Berger), Peter Kraljic (Mc Kinsey) und Klaus Luft werden insbesondere Vorschläge für ein neues Strukturmodell der BA ausgehen. Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) und der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Harals Schartau (SPD) werden die Kommunen und Länder bei der Frage der Verzahnung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe vertreten. Und die Interessen der BA selbst nimmt Wilhelm Schickler, Arbeitsamtschef in Frankfurt, wahr.

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