Architektur : Frankfurter Städel geht unter Grund

Das Frankfurter Städel will mit einem unterirdischen Erweiterungsbau seine Ausstellungsfläche verdoppeln. Dies soll die Stellung als international renommierte Kunstsammlung stärken. Die Verantwortlichen des Museums und der Main-Stadt stellen nun den Gewinner des Architektenwettbewerbs vor.

Staedel
Die Computergrafik zeigt den unterirdischen Entwurf des Architektenbüros Schneider + Schumacher, das den Wettbewerb um die...Foto: dpa

Frankfurt/Main Das Architekturbüro Schneider + Schumacher hat den Wettbewerb um die Erweiterung des Städelmuseums in der Stadt Frankfurt gewonnen. Dies hat eine achtköpfige Jury nach einem Einladungswettbewerb mit acht internationalen Architekturbüros entschieden. Das Städel ist eines der bedeutendsten und bekanntesten Kunstmuseen in Deutschland.

Der Entwurf der Wettbewerbsgewinner sieht eine Museumshalle unter dem Städelgarten vor. Der unterirdische Erweiterungsbau mit Oberlichtfenstern soll rund 3000 Quadratmeter zusätzliche Sammlungs- und Ausstellungsfläche bieten. Derzeit hat das Städel für seine Sammlungen gut 4000 Quadratmeter zur Verfügung. Der Neubau soll nach Angaben von Direktor Max Hollein zwischen 20 und 30 Millionen Euro kosten und bis 2010 fertiggestellt sein. Der Entwurf für den Erweiterungsbau sei ein "Zeichen sowohl für den respektvollen Umgang mit der Geschichte als auch für den starken Gegenwartsbezug" der Städel-Sammlung, sagt der Verantwortliche Nikolaus Schweickart.

Überdimensionierter Maulwurfshügel

Das Büro Schneider + Schumacher nutzt in seinem Vorschlag den Garten zwischen dem 1876 erbauten Städel Museum und der gegenüberliegenden Städelschule. Die Architekten wollen dort eine unterirdische Ausstellungshalle bauen. Diese hat eine Auswölbung nach oben in den Garten und wirkt so aus der Ferne wie ein überdimensionierter Maulwurfshügel. Diese aufgewölbte Betonkonstruktion beweise sich als ein "Tragwerk des 21. Jahrhunderts", sagt Architekt Michael Schumacher. Sie sei nur durch die technischen Weiterentwicklungen möglich geworden. Im Inneren benötige der Bau nur wenige Stützen, so dass die von ihm sogenannte Gartenhalle "das Städel um ein neues Raumerlebnis bereichert".

Tageslicht erhält das unterirdische Bauwerk durch kreisrunde Glasfenster in der Auswölbung - verteilt über eine Fläche von 30 mal 30 Metern. Der Garten bleibt erhalten. Gleichzeitig werden im alten Städelbau bauliche Mängel beseitigt. Hollein sagt, die acht Entwürfe würden vom 8. bis 24. März im Museum der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit der Erweiterung werde Fläche für die Präsentation der Kunst nach 1945 geschaffen. Laut Schweickart hat die gemeinnützige Hertie-Stiftung für die Finanzierung sieben Millionen Euro zugesagt. (ck/dpa)

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