Kultur : Arme Kunst, reiche Kunst

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Es ist der größte Ankauf der Staatlichen Museen seit dem Erwerb der Sammlung Berggruen Ende 2000: Gestern gab Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin in Berlin bekannt, dass die Sammlung Marzona, mit 1000 Werken die umfassendste Sammlung zum Thema arte povera, Konzeptkunst, Land Art und Minimal Art, vom Bund, den Kulturstiftungen des Bundes und der Länder, den Freunden der Nationalgalerie und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für rund sechs Millionen Euro angekauft worden ist. Diese föderale Gemeinschaftsanstrengung war notwendig geworden, weil erhoffte private Sponsoren vollständig ausgeblieben waren. Nun hofft zumindest der Verein der Freunde, durch einzelne „Bildpatenschaften“ etwas Geld wieder einzuwerben. Egidio Marzona, der aus Bielefeld stammende und in Italien lebende Kunstsammler, stiftet gleichzeitig einen jährlichen Kunstpreis, der für die beste kunsthistorische Dissertation verliehen werden soll. Außerdem wird er das Archiv, das als Schenkung nach Berlin geht, selbst mit betreuen, wie auch die Verschmelzung der Sammlung mit den Beständen des Hamburger Bahnhofs: Er ist dafür zum „Senior Curator“ ernannt. Der Wert der Sammlung, die in einer Auswahl Ende 2001 in Berlin zu sehen war, wird auf 18 Millionen Euro geschätzt, die Erwerbssumme beträgt mit sechs Millionen ein Drittel. til

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