Kultur : "art forum berlin": Auf hohem Niveau

Katrin Wittneven

Das fünfte "art forum berlin" meldet Erfolge: 20 900 Besucher in fünf Tagen Messedauer (1999: 16 170), weitgehend positive Reaktionen der 1000 akkreditierten Journalisten aus 30 Ländern und zufriedene Galeristen, die im nächsten Jahr wiederkommen wollen. Die Umfrage eines unabhängigen Marktforschungsinstituts unter den 159 Ausstellern aus 23 Ländern ergab, dass 86 Prozent der Galeristen Verkäufe getätigt haben. 40 Prozent beurteilten ihre Messebeteiligung als "gut bis sehr gut"; weitere 40 Prozent waren zufrieden. Der Anspruch der Veranstalter "European Galleries", in diesem Jahr verstärkt auf jüngste Kunstproduktion zu setzen, ist aufgegangen. Bereits am zweiten Messetag war etwa der Stand des jungen New Yorker Galeristen Leo König nahezu ausverkauft. Darüber hinaus besuchten wieder viele Mitarbeiter von Museen, Kuratoren und Kunstsammler das "art forum". Ob sie sich nur umschauten oder, wie Veit Loers, der neue Kurator der Bundeskunstsammlung, gleich Ankäufe tätigten - die Galeristen begrüßen die neuen Kontakte.

Rund 90 Prozent der Aussteller gaben bei der Umfrage an, sich im nächsten Jahr wieder um die Messebeteiligung zu bewerben. Wie in den vergangenen Jahren lagen bei den Verkäufen Malerei und Fotografie vorn, es folgten Arbeiten auf Papier. Proportional zu ihrer Bedeutung in der aktuellen Kunstproduktion war in diesem Jahr wieder wenig Videokunst auf der Messe zu sehen. Für das nächste Jahr lässt der Erfolg des Galeristen Hans Mayer aus Düsseldorf hoffen, der unter anderem eine 25-teilige Videoprojektion von Tony Oursler für 100 000 Dollar und die vierteilige Videoinstallation von Shirin Neshat verkaufen konnte.

Der Umzug in die neuen Messehallen, die größeren Kojen in der Kategorie "Junge Galerie" und die hohe Zahl an Gemeinschaftsständen verhalfen zu mehr räumlicher Großzügigkeit unter dem Funkturm. Die Anzahl der teils internationalen Kooperationen hatte sich im Vergleich mit dem Vorjahr verdoppelt, und auch sie melden ausgezeichnete Verkäufe. Zu den Spitzenreitern zählt erwartungsgemäß der Stand von Mai 36 und Bob van Orsouw aus Zürich sowie nächst St. Stephan aus Wien, die große Fotoarbeiten von Thomas Ruff (40 000 Mark), eine neue Arbeit von Jessica Stockholder (22 000 Mark) sowie Werke von Julien Opie und Nobuyoshi Araki verkaufen konnten. Die Synergie von Galeristen ging zwar auf Kosten der Einzelausstellungen in den Kojen, wurde aber insgesamt positiv bewertet. Nicht in Zahlen ausdrücken lässt sich die hervorragende Organisation der neuen Projektleiterin Sabrina van der Ley und die mitreißende Atmosphäre, die die Messe in ihrem fünften Jahr auf hohem internationalen Niveau etabliert hat.

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